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Familien am Hasenbusch wünschen sich Spielplatz

Familien am Hasenbusch wünschen sich Spielplatz

Im Quartier gibt es immer mehr Kinder. Stadt sieht aus finanziellen Gründen aber kaum Chancen.

Katernberg. Viola Wieden hat zwei Kinder. Und vor allem für ihre eineinhalbjährige Tochter Marieke würde sich die 37-Jährige einen Spielplatz in der Nachbarschaft wünschen. Doch damit sieht es im Bereich Hasenbusch eher mau aus. „Dabei gibt es hier viele Eltern mit kleinen Kindern“, sagt Wieden, die sich unter anderem an die Bezirksvertretung Uellendahl-Katernberg gewandt hat. Denn mit ihrem Wunsch stehe sie nicht alleine da, betont Wieden.

Sie sieht in Spielplätzen auch einen Treffpunkt. „Man kommt hier kaum in Kontakt untereinander“, sagt die Mutter. Wenn sie mit dem Auto durch die Siedlung fahre, sehe sie gerade morgens immer wieder Eltern, die mit ihrem Nachwuchs aus dem Haus kommen. Es habe schon einen Generationswechsel am Hasenbusch gegeben, hat sie beobachtet. Viele Familien seien im Laufe der vergangenen Jahre dort hingezogen, das Quartier, zu dem unter anderem auch die Siedlung Stiller Winkel gehört, habe sich verjüngt.

Mit ihrem Anliegen rennt Wieden bei der BV offene Türen ein. Man habe das an die Verwaltung weitergetragen. Große Hoffnung kann ihr Bezirksbürgermeisterin Gabriela Ebert (SPD) aber nicht machen. „Es ist schade, dass die Stadt nicht die Mittel dafür hat.“ Wichtig sei aber, „dass die Stadt jetzt weiß, dass dort Bedarf herrscht.“

Viola Wessler vom Städtischen Ressort Jugend & Freizeit wirbt um Verständnis. „Wir würden gerne mehr machen, wenn wir könnten.“ Schließlich wolle Wuppertal ja auch Familien mit Kindern. Doch finanziell sei es Mangelverwaltung, was die Stadt betreiben müsse. Jährlich stünden gut 700 000 Euro für den Unterhalt der gut 360 Spiel- und Bolzplätze in Wuppertal zur Verfügung. Der Etat sei schon erhöht worden, reiche aber noch immer nicht.

„Die Mittel für dieses Jahr sind bereits im März aufgebraucht gewesen.“ Das heißt, Spielgeräte, die jetzt kaputt gehen, können nicht ersetzt werden, sondern müssen im Zweifelsfall abgebaut werden. Deshalb sei die Verwaltung schon dazu übergegangen, komplett brachliegende und gerätelose Spielflächen zum „Naturerfahrungsraum“ zu erklären. „Damit sie nicht veräußert oder umgewidmet werden“, so Wessler.

Eine Maßnahme, die vor allem die Grünen scharf kritisierten (die WZ berichtete) und forderten, in Spielplätze zu investieren. Das funktioniere, so Wessler, aber praktisch nur noch, wenn Wuppertal von Förderprogrammen, etwa „Soziale Stadt“ profitiere. Oder Anwohner selbst Geld sammeln oder Sponsoren suchen. Die Prioritäten der Stadt lägen dann auf Stadtteilen, wo die Bewohner, anders als etwa am Katernberg, zum Beispiel kaum eigene Gärten haben.

Aktuell werde an der Fortschreibung des Spielflächenbedarfplans gearbeitet. Doch nicht nur Geld, sondern auch Personal fehle. Der letzte stammt aus dem Jahr 2012 — als Wuppertal noch eine schrumpfende Stadt war.

Anwohnerin Viola Wieden kennt die Finanznöte der Stadt, bleibt aber dennoch hoffnungsvoll. „Vielleicht klappt es ja doch irgendwann“, so Wieden. Auch wenn Marieke dann vielleicht nicht mehr davon profitieren würde.