Familie erlebt teure Rohr-Reparatur

Familie erlebt teure Rohr-Reparatur

Falscher Klick im Internet führte zu unbekannter Firma, die viel Geld nahm.

Bei Familie Ranft lagen die Nerven blank: Es floss kein Wasser mehr ab, stattdessen kam Abwasser aus den Abflüssen. Schnell suchten sie im Internet nach der ihnen bekannten Firma Zimmerbeutel für Rohrreinigung. Unter der angerufenen Nummer versprach man schnelle Hilfe. Doch die erwies sich als teurer Reinfall.

„Zimmerbeutel“ und „Wuppertal“ gab Swetlana Auman-Ranft in die Suchmaschine im Internet ein. Klickte auf den ersten Eintrag, fand eine Nummer für 24-Stunden-Service. Und rief an. Dass es sich um die Anzeige einer ganz anderen Firma handelte, sah sie nicht.

Weil sich der angekündigte Monteur verspätete, rief sie mehrfach an, klickte dann auch mal auf den nächsten Eintrag und landete auf der Internetseite von Zimmerbeutel. Dort kannte man den Auftrag nicht, nahm die Angaben auf und schickte ebenfalls jemanden. Swetlana Auman-Ranft hielt das für Kommunikationsprobleme einer großen Firma.

Dann kam ein Monteur — in einem neutralen Auto — bohrte eine Rohrspirale ins Toilettenrohr, erreicht, dass das Wasser wieder floss. Familie Ranft war erleichtert, schluckte aber wegen der Rechnung: 1141 Euro verlangte der Mann. Zufällig hatten sie genug Bargeld da.

Als kurz danach der Monteur von Zimmerbeutel kam, erkannten die Ranfts, dass der erste von einer fremden Firma gewesen war. Einige Stunden später merkten sie zudem, dass die teure Reparatur unzureichend war: Die Verstopfung war wieder da. Anrufe bei der Firma ergaben nur Vertröstungen. Ein Monteur von Zimmerbeutel konnte das Problem beheben — für 230 Euro.

Das Ehepaar hat Anzeige erstattet: „Die Polizei wird prüfen, ob das eine Straftat ist“, sagt Swetlana Auman-Ranft. Die Wuppertaler Polizei bestätigt, dass sie zwei Anzeigen dieser Art hat. Sie rät, gründlich zu prüfen, auf welchen Internet-Eintrag man klickt, auf das Wort „Anzeige“ zu achten.

Astrid Zimmerbeutel von der Rohrreinigungsfirma Zimmerbeutel sieht dahinter systematisches Vorgehen, kennt insgesamt sechs Fälle in Wuppertal. „Der Starkregen war ein gefundenes Fressen für die.“ Einige Kunden hätten sogar nachgefragt, ob sie bei Zimmerbeutel seien und ein „Ja“ erhalten. Auch sie empfiehlt, sich aufgerufene Internetseite genau anzusehen, und warnt: „Eine seriöse Firma hat nicht nur eine Handy-Nummer.“

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