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Familie: „Die Wirtschaft muss mitziehen“

Familie: „Die Wirtschaft muss mitziehen“

IHK-Besuch Familienministerin Ursula von der Leyen sprach mit Unternehmern über Familienfreundlichkeit.

Wuppertal. Hoher Besuch bei der IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid: Dort warb Bundesfamilienministerin Dr. Ursula von der Leyen am Mittwochabend für mehr Familienfreundlichkeit in der bergischen Region. Als Region im Wandel müsse das Bergische die guten alten Werte des familienbezogenen Mittelstandes wahren und gleichzeitig moderne Bedingungen schaffen, damit Fachkräfte und ihre Familien nicht abwandern.

"Die Wirtschaft muss bei der Familienfreundlichkeit mitziehen und die Rahmenbedingungen schaffen", sagte von der Leyen, die selbst Mutter von sieben Kindern ist. Aber auch Gemeinden und Kommunen seien in der Pflicht und müssten unter anderem für den Ausbau der Kita-Plätze sorgen.

Wie es funktionieren kann, erklärte Rüdiger Theis, Geschäftsführer der Wuppertaler Wiesemann & Theis GmbH mit 45 Mitarbeitern: Angefangen habe alles mit einem Babykörbchen, das spontan und eher unkonventionell an die Deckenlampe gehängt wurde. Mittlerweile setzt das Unternehmen auf "extreme Teilzeit in der Kleinkindphase" - Eltern können ihr Pensum auf zehn bis zwölf Stunden pro Woche reduzieren. "Der Mitarbeiter ist voll motiviert, schafft viel weg und verliert den Anschluss nicht", erklärte Theis, dass sich Familienfreundlichkeit durchaus für beide Seiten auszahle.

Wie zuvor schon IHK-Präsident Friedhelm Sträter warb auch Ministerin von der Leyen für ein bergisches Familienbündnis, statt für die einzelnen städtischen Initiativen. Darauf Oberbürgermeister Peter Jung: "Es ist nicht immer besser, wenn sich drei zusammenschließen. Lokale Kompetenz ist gefragt."

Hilfesuchend wand sich Jung an von der Leyen: Familienfreundlichkeit sei für Gemeinden im Nothaushalt nicht leicht umzusetzen. "Ausbau der Betreuung unter Dreijährigen und ein kostenloses Mittagessen - wenn wir das alles wollen, brauchen wir Hilfe. Helfen Sie uns armen Kommunen, damit wir das umsetzen können."

Das neue Best-Practise-Handbuch "Familie und Beruf in Wuppertal" ist erhältlich. Infos: Ruf 563-5606.