Fahrradstadt: Wie die Trasse Wuppertal nach vorne bringt

Fahrradstadt: Wie die Trasse Wuppertal nach vorne bringt

Reaktionen auf Rangliste des Allgemeinen Fahrradclubs.

Wuppertal. Kein Geheimnis: Seit Jahren rangiert Wuppertal bei der bundesweiten Bewertung des Fahrradklimas auf den letzten Plätzen — und auch die „Rostige Speiche“ fand als Negativ-Auszeichnung schon den Weg in die Schwebebahnstadt. Tatsache ist allerdings auch, dass der Bau der Nordbahntrasse für eine deutliche Verbesserung sorgen wird. Das räumt auch der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) in Wuppertal ein.

„Aber“, so der ADFC-Vorsitzende Klaus Lang: „Die Trasse ist nur ein einziger Radweg. Was südlich und nördlich der Trasse für den Radverkehr passiert, empfinden die Bürgerinnen und Bürger offensichtlich immer noch als Armutszeugnis.“

In Wuppertal waren es laut ADFC allerdings gerade einmal 316 Personen, die an der Befragung teilgenommen haben. In Berlin kamen beispielsweise 2375 Interview-Teilnehmer und in Köln 1650 zusammen. Der ADFC Wuppertal weist auch darauf hin, dass gut 50 Prozent der Wuppertaler über kein Auto verfügen, und dass es damit ein erhebliches Potenzial gebe.

Dass „allein auf der Nordbahntrasse“ bald „hunderttausende Radfahrerinnen und Radfahrer unterwegs sein“ werden, erhöhe den Druck, auch das umliegende Radwegenetz zu verbessern, unterstreicht Lang. Zudem nehme neue Antriebstechnik — etwa bei Pedelecs — Steigungsstrecken den Schrecken.

Wie berichtet, wird mit der Trasse auf gut 22 Kilometer Länge ein durchgängiger Radweg mit Anschlüssen ans regionale Wegenetz gebaut — für insgesamt gut 30 Millionen Euro und in dieser Form landesweit einzigartig.

Jenseits aller Diskussionen über Radwege lasse sich eines auf Dauer nicht ändern, erklärt Stadtsprecherin Martina Eckermann — mit Blick auf flache Städte auf Spitzenplätzen: die Topografie. „Häuser und Berge lassen sich nicht einfach mal verschieben. Und die Wupper auch nicht.“

Mit dem letzten Platz habe er nicht gerechnet, sagt Rainer Widmann, Radweg-Koordinator der Stadt und Projektleiter für die Nordbahntrasse, in einer ersten Einschätzung. „Zumal wir schon eine Menge getan haben.“ Die Trasse sei „ein Riesensprung nach vorne“ und ein Impulsgeber.

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