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Evangelischer Kirchenkreis Wuppertal braucht Geld für Denkmalsanierung

Bauarbeiten : Gemeinde benötigt Geld für die Sanierung der Friedhofsmauer

Allein die Instandsetzung des Tores an der Krummacher Straße kostet 350 000 Euro. Fördermittel kommen nicht infrage.

Das schöne Tor zum Friedhof Krummacher Straße ist vor lauter Absperrgittern und Gerüsten kaum zu sehen. Seit das Türmchen links am Ende des weit gespannten Bogens Anfang 2016 zusammengebrochen ist, stehen die Absperrungen. „Das Bauwerk ist zwar akut nicht einsturzgefährdet – aber teilweise sind die Steine in sich gerissen“, erklärt Ingo Schellenberg, Geschäftsführer des Friedhofsverbands. „Wir haben Sorge, dass Teile der Steine abplatzen könnten“, verdeutlicht Ilka Federschmidt, Superintendentin des Wuppertaler Kirchenkreises.

Denn der große Torbogen besteht nicht, wie auf den ersten Blick vermutet, aus großen Steinquadern; ein bereits abgesprungenes Exemplar zeigt, dass die groben Oberflächensteine nur aufgesetzt sind und sich darunter eine glatte Mauer befindet. Auch die lange Mauer um das über 16 Hektar große Areal herum müsste dringend saniert werden. Allerdings stehen sowohl die Mauer als auch das Tor unter Denkmalschutz. Das macht die Sanierung teuer.

So stammt der besondere, grünliche Stein von Eingangsportal und Mauer aus einem speziellen Steinbruch und ist nur schwer zu bekommen. Um das Portal langfristig zu sichern, müsste der gesamte Torbogen Stein für Stein abgetragen und wieder neu aufgebaut werden. Die filigranen Eisenstäbe auf der Mauer wurden beim Bau 1902 handgefertigt. Wurzeln und Erde drücken jedoch gegen die Mauer und haben an etlichen Stellen schon für Schäden gesorgt.

Früher oder später muss also nicht nur der Torbogen von Friedrich Adolf Cornehls, sondern auch die gesamte Friedhofsmauer saniert werden. Alleine für den Eingang veranschlagt Schellenberg rund 350 000 Euro – je später die Arbeiten beginnen, desto mehr. Geld dafür hat jedoch weder der Friedhofsverband noch der Kirchenkreis.

Angesichts von immer mehr Urnenbestattungen ist es schon schwierig genug, den laufenden Betrieb der Friedhöfe durch die Gebühren zu finanzieren. Für Denkmalschutz-Fördermittel sieht Schellenberg schlechte Chancen: „Dafür ist das zu unspektakulär.“ Deshalb hoffen die Verantwortlichen auf Sponsoren insbesondere für das Eingangsportal. Schließlich hat der Friedhof überregionale Bedeutung: Direkt neben dem Evangelischen Friedhof befindet sich der jüdische und bald auch ein muslimischer Friedhof. Außerdem sind viele bedeutende Wuppertaler auf dem Friedhof Krummacherstraße beerdigt. Neben Finanzhilfe wünscht sich Ilka Federschmidt auch Zugeständnisse bei der Umsetzung seitens des Denkmalamts: „Uns liegt der Denkmalschutz am Herzen. Aber manchmal gibt es auch Anforderungen der Funktionalität.“ Sie könnte sich an manchen Stellen statt der aufwändigen Friedhofsmauer einen einfacher umzusetzenden Zaun vorstellen.