Essener Unternehmer rettet den Wuppertaler Weihnachtsmarkt 2019

Neue Organisation : Essener rettet den Weihnachtsmarkt

Thomas Schütte will das Hüttendorf mit 40 neuen Buden am 25. November eröffnen.

Elberfeld wird auch in diesem Jahr einen Weihnachtsmarkt haben. Und er soll schöner sein als das, was die Wuppertaler in den vergangenen Jahren hinnehmen mussten. Das verspricht Thomas Schütte. Der Geschäftsführer der Essener Grandezza GmbH hat sein Konzept am Dienstag im Elberfelder Rathaus vorgestellt. Demnach plant er mit insgesamt rund 60 Buden, von denen 40 ganz neu sind und mit ihrer Architektur sowie mit Grüngirlanden das Bild des Marktes prägen sollen. Der Weihnachtsmarkt soll am 25. November beginnen und am 23. Dezember enden. Er sei Traditionalist und kein Freund davon, die Buden bis nach Weihnachten offen zu halten.

Veranstalter des Weihnachtsmarkes ist wie den vergangenen Jahrzehnten die Wuppertaler Orion GmbH. Sie hatte die Ausschreibung für die Zeit bis 2023 gewonnen, weitere Bewerber gab es allerdings auch nicht. Orion beauftragte nun Grandezza, den Markt zu konzipieren und durchzuführen. Damit endet ein jahrelanger Streit, den Orion mit den Elberfelder Einzelhandel geführt hatte. Er gipfelte darin, dass die Händler dem Veranstalter kündigten und die Veranstaltung des Marktes an ein anderes Unternehmen vergeben wollten. Das scheiterte am Einspruch der Stadt und führte dazu, dass der für Märkte zuständige Ordnungsdezernent Matthias Nocke (CDU) viel Gesprächsbedarf hatte. Beim letzten Gespräch saßen neben Schütte auch Vertreter des Elberfelder Einzelhandels mit am Tisch. Die Zeichen scheinen nun auf Entspannung zu stehen. „Die Grandezza GmbH ist eine vorzügliche Auswahl für das Projektmanagement“, sagte Nocke am Dienstag. Auch er verspricht sich von der Neuausrichtung eine bessere Zukunft für den größten Weihnachtsmarkt in Wuppertal.

Buden auch auf
dem Kirchplatz

Dafür sieht Schütte beste Chancen. Die Stadt habe Potenzial, sagte er und kündigte einen Weihnachtsmarkt der Plätze an. Die Buden sollen nicht mehr nur in den Fußgängerzonen stehen. Schütte will neben dem Willy-Brandt-Platz, Teilen des Neumarktes und neben dem Kerstenplatz möglichst auch auf dem Von-der-Heydt-Platz Häuschen stehen haben. Der Platz wird derzeit umgestaltet. Das gilt demnächst auch für die Herzogstraße, die als Standort für Buden deshalb nicht infrage kommt. Nun soll geprüft werden, ob ein paar Verkaufsstände direkt am Kasinokreisel aufgestellt werden können.

Schütte plant mit einem Dreieck. Der Neumarkt soll mit Willy-Brandt- und Kerstenplatz eine Spitze spielen. Die Alte Freiheit eine andere, womöglich erweitert um den Döppersberg. Aber auch hier ist noch unklar, ob die durch Verschiebung des Primark-Gebäudes nach Westen kleiner gewordene Fläche vor dem Bahnhof noch groß genug ist für einen Weihnachtsmarkt.

Als neuen Star im Weihnachtsmarktkonzept für Elberfeld hat Thomas Schütte den Kirchplatz ausgemacht. Der habe einen eigenen Charme und soll deshalb das Marktdreieck komplettieren.

Grandezza und Orion haben sich nach Unternehmensangaben erst in der vergangenen Woche auf eine Zusammenarbeit geeinigt. Nun sollen die Vorbereitungen laut Schütte Fahrt aufnehmen. Ziel ist es dem Geschäftsführer zufolge auch, das Niveau der Veranstaltung anzuheben. Es werde neue Beschicker geben, aber auch ein paar alte – „sie können langjährige Händler nicht einfach so düpieren“, sagte Schütte.

Die Premiere der Grandezza GmbH in Wuppertal bezeichnet deren Geschäftsführer als Jahr des Aufbruchs und des Übergangs. Er will den Wuppertaler Markt entwickeln, ihm nicht nur mit mehreren hochgewachsenen Tannen und mit einem eigens kreierten Glühwein ein Profil verschaffen. Die Beleuchtungsfrage lässt Schütte allerdings noch offen. Im vergangenen Jahr schwelte ein Streit zwischen der IG Elberfeld, der die Weihnachtsbeleuchtung gehört, und der Orion GmbH, die sie gegen Geld installieren sollte. Sie wurde dann nicht aufgehängt. „Das ist nicht unsere Aufgabe, aber wir können vielleicht helfen“, erklärte Thomas Schütte.

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