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Wirtschaft: Erfurt bringt erste klimaneutrale Tapete heraus

Wirtschaft : Erfurt bringt erste klimaneutrale Tapete heraus

Das Beyenburger Unternehmen setzt schon lange auf Nachhaltigkeit.

Schon lange spielt Nachhaltigkeit für das Beyenburger Unternehmen Erfurt eine große Rolle. Bereits 1996 führte es ein Umwelt-Management-System ein. Der Blaue Engel und das Label Oeko-Tex als Signal für ein umweltfreundliches Produkt zieren viele der Tapeten. Außerdem veröffentlichte Erfurt als erster Tapetenhersteller in sogenannten EPDs, welche Auswirkungen Baumaterialien über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg auf die Umwelt haben. Jetzt legte das Unternehmen noch einmal nach und bringt übernächste Woche die erste komplett klimaneutral produzierte „Rauhfasertapete“ auf den Markt.

Alle Emissionen werden ausgeglichen

Dass Erfurt als einziger Tapetenhersteller seine „Rauhfasertapete“ aus 100 Prozent Altpapier in den Papierfasern fertigt, gilt dort schon länger als Standard. Die neue „Ella“ wird jedoch auch komplett CO2-neutral hergestellt. Dafür gleicht Erfurt in Zusammenarbeit mit ClimatePartner alle Emissionen des Herstellungsprozesses durch das Anpflanzen von Bäumen in Deutschland und Brasilien aus. Die Holzfasern kommen aus zertifiziert nachhaltiger und verantwortungsbewusster Forstwirtschaft in Deutschland. Außerdem verzichtet Erfurt bei Ella komplett auf Plastik: Statt in einer Folienhülle wird sie in Papier ausgeliefert. „Selbst auf den Paletten werden diese Tapeten nicht in Folie gewickelt, sondern werden stattdessen in Kartons gepackt“, erklärt Felicitas Erfurt-Gordon, die gerade in achter Generation in das Familienunternehmen einsteigt.

Damit ist das Nachhaltigkeitsbestreben der Firma jedoch nicht beendet. „Ich möchte das Thema weiter voranbringen und die Chance nutzen, beispielsweise mit der Erfassung von Umweltdaten in Echtzeit – etwa Wasser- oder Energieverbrauch – die messbare Grundlage für die Entwicklung nachhaltiger Strategien zu schaffen“, nennt Felicitas Erfurt-Gordon die Möglichkeiten der Digitalisierung.

Gleichzeitig sollen die Mitarbeiter im gesamten Werk darauf achten, möglichst wenig Abfälle und Abwässer zu produzieren. So fließt etwa das von der Verwaltung benutzte Papier in die Tapetenproduktion. Ein Arbeitskreis zum Thema Umwelt und Nachhaltigkeit nimmt Anregungen der Belegschaft auf und prüft, ob sie sich umsetzen lassen. Für kurze und mittlere Wegstrecken nutzen Mitarbeiter das betriebseigene Elektroauto. In Zusammenarbeit mit dem Wupperverband wird gerade die Fischtreppe an der Wupper neu gestaltet sowie das Ufer renaturiert.

„Die umweltschonende Herstellung langlebiger und somit ökonomisch wie ökologisch sinnvoll einsetzbarer Produkte ist zentraler Bestandteil unserer Firmenphilosophie“, sagt Firmenchef Martin Erfurt. Frei von Lösungsmitteln, Glasfasern oder flüchtigen organischen Verbindungen seien die Tapeten sowieso.