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Erfindung aus Wuppertal soll Büroalltag erleichtern

Innovation : Erfindung aus Wuppertal soll Büroalltag erleichtern

Der „Screensnap“ hält zwei Computerbildschirme magnetisch zusammen.

Manchmal sind es kleine Dinge, die das Leben angenehmer machen. Die Erfindung von Jonas Bohnen könnte für viele Computernutzer so ein Ding sein. Bohnen hat ein Verbindungsteil für Bildschirme entwickelt, das zwei Bildschirme magnetisch zusammenhält. „Der ‚Screensnap’ hat mehrere Vorteile“, sagt der 24 Jahre alte Gründer. Die Monitore bleiben in der gewünschten Position, auch wenn man sie bewege.

Er kam auf die Idee, weil er einen höhenverstellbaren Schreibtisch hat. „Beim Verstellen ist häufig ein Kabel hängen geblieben, wodurch sich immer die Position eines Bildschirms veränderte“, sagt er. Häufig war auch ein Monitor verstellt, nachdem dieser gereinigt worden war. Weil er keine fertige Lösung dafür fand, entwickelte er sie selbst.

Erleichtert langes Arbeiten
an zwei Bildschirmen

Seine Erfindung wird in Süddeutschland produziert, „um beste Qualität zu gewährleisten“. Das patentierte Verbindungsteil kann in einem beliebigen Winkel zwischen null und 45 Grad an zwei Bildschirmen angebracht werden. „Der Winkel wird in der gewünschten Position gespeichert“, sagt Bohnen. Das habe den Vorteil, dass die Monitore auch nach einer Trennung, zum Beispiel um Kollegen oder Kunden etwas zu zeigen, wieder in der gewünschten Stellung steht. Außerdem erleichtere der „Screensnap“ langes Arbeiten an zwei Bildschirmen. „Wenn es einen Spalt zwischen den Monitoren gibt, muss das Auge immer zwischen dem Vorder- und Hintergrund fokussieren. Das ist auf Dauer ermüdend“, sagt Bohnen. So könnten Fehler entstehen, denen der „Screensnap“ entgegenwirke.

Dieses Jahr wurde das Produkt mit dem „German Design Award 2020“ ausgezeichnet. „Das war ein guter Tag“, erinnert sich Jonas Bohnen. „Als ich die Nachricht erhielt, kam ich gerade aus den USA.“ Dort hatte er seine Erfindung einem der größten US-amerikanischen PC- und Druckerhersteller vorgestellt, der ihn eingeladen hatte. Das Unternehmen bekundete starkes Interesse an einer Zusammenarbeit. Mittlerweile hat sich Jonas Bohnen aber dazu entschieden, den „Screensnap“ selbst zu vertreiben. Dazu hat er im Juni 2020 die Firma „ConnectedView“ gegründet.

Zusammen mit seinem Studienfreund Timo Schmitz und zwei Mitarbeitern konzentriert sich Jonas Bohnen auf die Markteinführung im Dezember. „ConnectedView ist unsere oberste Prio“, sagt Bohnen, der dafür seinen Bachelorabschluss verschiebt. „Wir glauben, dass es gerade eine sehr gute Zeit ist, um das Produkt auf den Markt zu bringen“, sagt er. Das macht er an mehreren Faktoren fest: Der „Screensnap“ habe preislich eine „schöne Größenordnung für ein Geschenk“, viele Unternehmen schickten ihre Mitarbeiter ins Home-Office und auch die Gaming-Szene wachse. „Wir sind gerade dabei, die Markteinführung vorzubereiten“, so Bohnen.

Der Gründer hat sich viel vorgenommen: ConnectedView will gleichzeitig in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie in den USA auf den Markt gehen. „Das bietet sich an, weil es in den USA Standard ist, an zwei Bildschirmen zu arbeiten“, sagt Timo Schmitz.

Es sei „sehr interessant“ dort einzusteigen, weil der Markt aufgrund der Größe und der Anzahl der potenziellen Kunden besonders vielversprechend sei. Auch Gaming und E-Sports, der sportliche Wettkampf mit Computerspielen, sind in den USA sehr verbreitet.

„Das sind Bereiche, in die Leute viel Zeit und Geld investieren und die weniger von Corona betroffen sind“, sagt Timo Schmitz.

Der 25-Jährige hat eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen, Jonas Bohnen arbeitete unter anderem im IT-Unternehmen seines Vaters. Kennengelernt haben sich die beiden während ihres Studiums in Wuppertal. „So wie wir denken, passt es gut zusammen. Das hat mir gefallen“, erklärt Schmitz die gute Zusammenarbeit mit Bohnen. Hinzu komme die Unterstützung, die die beiden von ihren Familien und Freunden erfahren. Mut mache ihnen auch die positive Resonanz von potenziellen Kunden.

Jonas Bohnen freut sich trotz langer Arbeitstage auf die Markteinführung: „Das Potenzial ist einfach da.“