Enttäuschung: Kein Fördergeld für Wuppertals Stadtteil Cronenberg

Umbau Ortsmitte : Enttäuschung: Kein Fördergeld für Cronenberg

Bisher wurde kein Programm gefunden, das den Umbau der Ortsmitte finanzieren könnte.

Wie kann es endlich zu einer attraktiveren Ortsmitte in Cronenberg kommen? Nach Gesprächen mit Planungsdezernent Frank Meyer und Mitarbeitern der Stadt sind die Engagierten im Stadtteil enttäuscht, wollen aber weiter für ihr Ziel kämpfen.

„Es gibt keine Fördermittel“, fasst Rolf Tesche zusammen, Vorsitzender des Cronenberger Heimat- und Bürgervereins und Mitstreiter im Arbeitskreis „Ortskernplanung, Mobilität und Verkehr“ der Initiative „Cronenberg will mehr“. „Jedenfalls nicht für Cronenberg“, fügt er hinzu. Förderprogramme wie zum Beispiel „Soziale Stadt“ seien eben für Stadtviertel mit Problemen gedacht.

Machbarkeitsstudie würde 250 000 Euro kosten

Fördermittel wollen die Cronenberger, um einen Umbau der Ortsmitte und vor allem die Planung dafür zu bezahlen, nachdem die Stadt erklärt hat, dass sie dafür kein Geld hat. Planungen, die bereits 2003 erstellt wurden, sind zu alt. Was davon heute verwendet werden kann, könnte eine Machbarkeitsstudie klären, aber auch die würde 250 000 Euro kosten, hatten die Fachleute der Stadt erklärt.

Bis diese Machbarkeitsstudie fertig ist, wäre es 2020 oder 2021. „Dann ist der Zug abgefahren“, stellt Tesche klar. Die Idee der Cronenberger war, jetzt Veränderungen anzustoßen, die bei der geplanten Erneuerung der Hauptstraße umgesetzt werden können. Doch diese muss bis 2021 abgeschlossen sein.

Auch die Anregung, während der Bauarbeiten eine veränderte Verkehrsführung auszuprobieren, hatte keinen Erfolg, berichtet Tesche: „Die Antwort war ,Wir haben kein Geld, nicht einmal für die notwendigen Schilder‘.“ Er verweist auf andere Projekte: „Der Von-der-Heydt-Platz wird 700 000 Euro teurer, auch für den Carnaper Platz wurden Mehrkosten genehmigt. Nur für Cronenberg nicht“, ärgert er sich.

Immerhin habe das Gespräch mit Frank Meyer und den Stadtmitarbeitern dazu geführt, dass die Cronenberger jetzt zwei Ansprechpartner bei der Stadt haben. Die haben versprochen, weiter nach Fördermöglichkeiten zu suchen. Zudem wollen die Cronenberger mit ihnen „wenigstens die kleinen Dinge erreichen“, wie Tesche es ausdrückt. Damit meint er den Ausbau der Radwege und den Bau von Querungshilfen. 

Axel Dreyer, Moderator des Arbeitskreises zur Ortsmitte, bleibt optimistisch: „Ich hoffe, dass wir einen großen Teil unserer Forderungen umsetzen können.“ Denn „die Anstrengungen der Bürgerschaft sind intensiv, aber bis sich die Stadt bewegt, dauert es“, stellt er nüchtern fest. Daher sei klar: „Die Politik muss sich bewegen.“

Die Stadt hat auch angeregt, eine Immobilien-Standort-Gesellschaft (ISG) zu gründen, bestätigt Tesche. Wenn sich genügend Eigentümer eines bestimmten Quartierbereiches für eine ISG zusammentun, müssen auch alle übrigen Eigentümer des Bereichs einen finanziellen Beitrag für gemeinsame Projekte leisten. Am Barmer Werth hat ein solches Konstrukt bereits Erfolg. Die Stadt hat sich bereit erklärt, alle in Cronenberg in Frage kommenden Eigentümer anzuschreiben.

Rolf Tesche betrachtet diese Möglichkeit mit Skepsis. Er bezweifelt, dass sich an der Hauptstraße genügend Mitstreiter finden: „Das sind doch alles nur kleine Einheiten.“ Er befürchtet, damit wolle sich die Verwaltung aus der Affäre ziehen. „Die Stadt ist in der Pflicht!“, findet er. Es fänden sich Millionen für andere Projekte. Da müssten auch 250 000 Euro für Cronenberg zu finden sein: „Wir bleiben kräftig am Ball.“

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