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Entscheidung steht fest: Keine Rettung für die Platanen am Wupperufer

Stadtplanung : Döppersberg-Kommission spricht sich gegen Erhalt aller Platanen aus

Im Streit um den alten Baumbestand am Wupperufer ist die Entscheidung gefallen.

Nach diversen Diskussionen in verschiedenen städtischen Ausschüssen, Demonstrationen und Ortsbegehungen hatten die Mitglieder der Planungs- und Baubegleitkommission Döppersberg am Dienstag das letzte Wort. Mit den Stimmen von SPD, CDU und FDP bei Enthaltung der Grünen und einer Gegenstimme der Linken lehnte die Kommission einen Bürgerantrag zum vollständigen Erhalt des Baumbestandes im zukünftigen Wupperpark Ost zwischen Köbo-Haus und Brausenwerth ab.

Die Kommission folgt damit mehrheitlich dem Vorschlag der Verwaltung „in neue, gesunde und angemessen große Bäume als Ersatzpflanzung zu investieren. Mit der Fällung der Bäume kann die Gestaltung des künftigen Wupperparks sowie des Infopavillons und des Café Cosa gemäß der bereits erarbeiteten Entwürfe umgesetzt werden.

Der Elberfelder Händler Thomas Pusinelli hatte den Bürgerantrag gestellt. In den vergangenen Monaten konnte er 1400 Mitstreiter gewinnen, die sich ebenfalls für den Erhalt der Platanen am Wupperufer einsetzen. Pusinelli hatte vor einem Kahlschlag in Elberfeld gewarnt. In den vergangenen fünf Jahren seien schon Bäume zwischen Bahnhof und Wuppertal Institut und am Wall abgeholzt worden. Zum offenen Protest kam es gestern im Rathaus, als eine Frau die Sitzung der Kommission mehrfach mit Zwischenrufen störte.

„Ob die erkrankten Platanen erhalten werden könnten, ist unsicher. Sicher ist allerdings, dass die Planungskosten für das Projekt Wuppperpark um 500 000 Euro bis zu einer Million Euro steigen würden, wenn eine neue Planung der Wegbeziehungen erforderlich wäre“, sagte Klaus Jürgen Reese (SPD), Vorsitzender der Kommission.

Bernhard Sander von der Fraktion die Linken hatte zuvor seine Zustimmung zum Bürgerantrag damit begründet, dass die Verwaltung in ihrer Vorlage darüber informiert habe, dass die Platanen von der Pilzkrankheit „Massaria“ befallen sind. In der Regel führe diese nicht zum Absterben der Bäume, erhöhe aber den Beobachtungs-, Pflege- und Ausholzungsaufwand in den Kronen um etwa das Drei- bis Vierfache. „Demnach beruht die Ablehnung des Bürgerantrags durch die Verwaltung auf haushaltstechnischen Gründen“, sagte Sander und deutet damit an, dass die Stadt Kosten für die Baumpflege sparen wolle.

Laut Experten können nicht alle Platanen erhalten werden

Mit dieser Begründung brachte Sander die Mitglieder von SPD, CDU und FDP auf die sprichwörtliche „Palme“. Michael Müller, Hans-Jörg Herhausen (beide CDU), Alexander Schmidt (FDP) sowie Volker Dittgen und Klaus Jürgen Reese (beide SPD) verwahrten sich dagegen, bei ihrer Entscheidung allein finanzielle Vor- und Nachteile abgewogen zu haben. Alexander Schmidt verwies auf die Ortstermine am Wupperrufer. „Alle Berater und Experten haben uns gesagt, dass der Erhalt der Bäume nicht durchsetzbar ist.“

Dezernent Frank Meyer wies daraufhin, dass die Platanen nicht nur von der Pilzkrankheit Massaria befallen seien. Es liege außerdem eine weitere Erkrankung vor, wobei die Diagnose noch nicht feststehe.

Für die Grünen enthielt sich Klaus Lüdemann seiner Stimme. Da im Bürgerantrag gefordert werde, den Baumbestand vollständig zu erhalten, könne er dem Antrag nicht zustimmen. „Die Grünen setzen sich für den Erhalt möglichst aller Bäume ein, aber es geht in diesem Fall nicht. Wir haben prüfen lassen, ob der Bau einer Art Wupper-Balkon für die Bäume möglich ist, aber das ist aus statischen Gründen nicht möglich“, so Lüdemann. Das Café Cosa werde dringend benötigt.

Lüdemann äußerte den Wunsch, dass während der Bauarbeiten im Wupperpark Ost möglichst viele der Platanen erhalten bleiben. „Wir alle haben den Wunsch, möglichst viele Bäume zu erhalten. Wir würden uns daher freuen, wenn bei den Baumaßnahmen mit Mühe und Vorsicht gehandelt wird“, sagte Hans-Jörg Herhausen (CDU).