Entlang der Nordbahntrasse wird kräftig gearbeitet

Bauarbeiten : Entlang der Trasse wird kräftig gearbeitet

Stadt saniert Viadukte umfangreich. Die ersten Bauabschnitte sind abgeschlossen.

„Wir sind super in der Zeit“, sagt Bauingenieurin Stefanie Trotz, die die Projektleitung der Sanierungsarbeiten am Kuhler Viadukt von Nicola Wessels übernommen hat. Und wer vor Ort war und sah, mit welcher Vehemenz teilweise unter Planen gehämmert und gebohrt wird, der muss zu einer ähnlichen Ansicht kommen.

In Höhe des einstigen Bahnhofs Rott, kurz vor dem Rotter Tunnel, wird in einem 40 Meter langen Bereich das Brüstungs- und Konsolmauerwerk denkmalgerecht saniert. Was bedeutet, dass marodes Mauerwerk erneuert und zerfallene Steine ersetzt werden. Nicht nur der Zahn der Zeit hat an dem Gemäuer genagt. Auch Wurzelwerk, das sich zwischen den Fugen einen Platz gesucht und gefunden hat, trug zur Verwitterung bei.

Trotz der umfangreichen Arbeiten, für die im Bereich Rott/Carnaper Straße ein Schutzgerüst installiert wurde, soll der Fußgänger- und Radverkehr auf der Nordbahntrasse so wenig wie möglich eingeschränkt werden. „Die nutzbare Breite der Trasse wird weiterhin mindestens drei Meter betragen“, so Torsten Warning, Abteilungsleiter im Stadt-Ressort „Straßen und Verkehr“, Bereich Konstruktiver Ingenieurbau. Die Verengung führt bislang zu keinerlei Problemen. Wie Warning erklärt, sollen die Tätigkeiten bis Mitte August abgeschlossen sein.

Einige Gehminuten auf der einstigen Bahnstrecke weiter trifft man auf das Westkotter Viadukt, das in drei Bögen über die gleichnamige Straße führt. Hier wird eine Sauberkeitsschicht im südlichen Gehwegbereich erstellt sowie im Bereich der Entwässerungsrinne zur halbseitigen Aufnahme einer Betonplatte als Abdichtungsträger. Geplant ist, auf der Betonplatte später einen mehrlagigen Aufbau des Abdichtungssystems aus Epoxidharz, Schweißbahn und asphaltiertem Radweg beziehungsweise gepflastertem Gehweg zu erstellen. Auch hier gehen die Arbeiten zügig voran, und Radfahrer, Fußgänger und Wanderer kommen sich bei gegenseitiger Rücksichtnahme nicht in die Quere.

In Sichtweite des Viadukts Westkotter Straße, nur getrennt durch einen kurzen Tunnel, befindet sich die Brücke Germanenstraße, wo am vergangenen Freitag die Betonage des zweiten, nämlich nördlichen Betonplattenabschnitts als Abdichtungsträger begann.

Die Viadukte haben teils einen starken „Unterhaltungsstau“

Hier ist die Fertigstellung sogar schon Ende Juni zu erwarten, so dass nach Asphaltierung und Geländereinbau der erste Bauabschnitt beendet ist und wohl ab August dieses Jahres mit der unterseitigen Sanierung des Mauerwerks der Brücke im zweiten Bauabschnitt begonnen werden kann. Auch hier ist eine Einengung der Fahrbahn auf etwa zweieinhalb Meter unumgänglich.

Wie seitens des Ressorts Straßen und Verkehr bestätigt wird, stehen die Sanierungsarbeiten eines weiteren Felseinschnitts im Bereich Bramdelle in Langerfeld kurz vor dem Abschluss. Bliebe noch das Bartholomäusviadukt, bei dem vor wenigen Tagen die unterseitigen Mauerwerksarbeiten zur Sicherung des Gewölbes gegen Steinschlag über der Bartholomäusstraße abgeschlossen wurden. In den kommenden Jahren erfolgen weitere Sicherungsarbeiten am zum Teil „stark entfestigten“, wie es in Behördendeutsch heißt, Mauerwerk an verschiedenen Stellen des Viadukts.

Dass die teilweise 140 Jahre alten Brücken und Viadukte im Laufe der 22 Kilometer langen Nordbahntrasse zum Teil in einem derart beklagenswerten Zustand sind und wie Torsten Warning erklärt, einen erheblichen „Unterhaltungsstau“ haben, dürfte auch daran liegen, dass die Stadt Wuppertal die Strecke mit ihren Bauwerken vor Jahren von der Bahn übernommen hat.

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