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Entfernen oder dulden? Wie die Stadt Wuppertal mit Graffitis umgeht

Straßenkunst : Entfernen oder dulden? Diskussion um Graffitis

Meist entfernt das Gebäudemanagement Tags oder andere Bilder innerhalb von 24 Stunden nach Anzeige. Doch manches Kunstwerk darf stehen bleiben. Für diese Lösung gibt es auch Befürworter.

Graffitis sind in der Stadt genauso omnipräsent wie umstritten. Von vielen als Verschandelung verschrien, von anderen als urbane Kunst gewürdigt, sind sie Teil städtischer Auseinandersetzung. So auch an der Südstraße, wo in der Unterführung zum Wall ein neues Spray-Werk aufgetaucht ist. In den meisten Fällen sind sie nicht von langer Dauer, wie Stadtsprecherin Martina Eckermann berichtet: „Unser Gebäudemanagement hat den Anspruch, sie innerhalb von 24 Stunden wegzumachen.“

Allerdings: „Ein typisches Tag ist kein Bild, da muss man unterscheiden.“ Diese einfachen Markierungen, die in der Szene als Signatur dienen, werden von der Stadt entfernt. In einzelnen Fällen habe man aber auch bereits Werke geduldet, so geschehen etwa auf der Nordbahntrasse. In der Regel haben dabei auch die Bezirksvertretungen ein Mitspracherecht.

Das Entfernen ist jedoch nicht immer möglich. Wird etwa auf Naturstein gesprüht, sind die Konturen auch „trotz aufwändigster Reinigung“ noch sichtbar. Darüber, was für solche Maßnahmen vonseiten der Stadt finanziell aufgewendet wird, kann keine Auskunft gegeben werden. Es gibt keine gesonderte Rechnungsführung, zumal das Entfernen von Tags in verschiedene Zuständigkeiten fällt. Mit Kunstwerken, die in der Stadt entstehen, beschäftigt sich derweil das Von der Heydt-Museum.

Künstler Martin Heuwold ist neben anderen Projekten auch immer wieder an der Spraydose aktiv und hat viele Bilder in Wuppertal geschaffen. Bei der Diskussion um Gestaltung öffentlichen Raums durch Graffiti-Kunst ist ihm wichtig, jede Idee detailliert einzeln zu betrachten: „Das kann man pauschal nicht sagen. An manchen Orten bietet sich eine weitere Gestaltung an, an manchen nicht.“ Grundsätzlich sähe er viel Potenzial, „ich bin da offen für alles“, allerdings lebten solche Projekte von der Teilhabe vieler Beteiligter, wie Politik oder Nutzer der Fläche. „Man ist manchmal auch dem Architekten gar nicht gerecht geworden“, lenkt er den Fokus auf den Ursprungsgedanken hinter einem Bauwerk, der zuweilen entstellt werden könne.

Aufseiten der Politik gibt es Stimmen, die die Integration von Graffiti in das Stadtbild in Betracht ziehen. Elberfelds stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Gerta Siller sagt: „Ich persönlich finde es sinnvoll und richtig.“ Dadurch könne laut der Grünen ein wertvoller Beitrag geleistet werden: „Mir ist es lieber, eine Fläche zur Verfügung zu stellen, wo dann schöne Kunst entstehen kann.“ Ob diese Form an der Südstraße angebracht ist, wird sich also zeigen müssen.