Endspurt für den Trassen-Biergarten in Wuppertal

Gastronomie : Endspurt für den Trassen-Biergarten

Berislav Valentin übernimmt den Ottenbrucher Bahnhof. Während der Umbau läuft, will er draußen bereits die ersten Getränke servieren.

Wer auf der Nordbahntrasse unterwegs ist und den Ottenbrucher Bahnhof passiert, dem ist es schon aufgefallen: Es tut sich was. Nicht nur am Gebäude, das bekanntlich umgebaut wird. Die Fläche daneben ist eingezäunt. Berislav Valentin, der als Pächter den Bahnhof übernimmt, will dort in Kürze seinen Biergarten eröffnen. „Trassengarten Ottenbruch“ soll er heißen. Ein Vorgeschmack auf die neue Gastro, die in gut eineinhalb Jahren für die Gäste bereitstehen soll.

Auf 400 Quadratmetern gibt es Getränke und kleinere Gerichte

Bis Ende 2017 gab es Gastronomie im Bahnhof Ottenbruch. Aktuell wird das Denkmal umgebaut. Foto: Fries, Stefan (fri)/Fries, Stefan (fr)

Der Thekenwagen, wo es bald Getränke und auch kleinere Gerichte geben soll, steht bereit. Der Vorbereitungsendspurt für den gut 400 Quadratmeter großen Biergarten läuft. Nur ein paar bürokratische Fragen seien noch zu klären. „Die Möbel sind auch schon bestellt“, erzählt der 49-Jährige, der in der Wuppertaler Gastroszene ein alter Bekannter ist. Im Schmitz Jägerhaus wurde er als Koch ausgebildet, machte sich aber früh selbstständig und eröffnete 1996 die Arche Noah in der Nordstadt. Danach waren die Villa Media und das Caribe weitere Stationen des gebürtigen Wuppertalers, ehe es ihn aus familiären Gründen 2010 nach München zog. So richtig warm mit der bayerischen Metropole wurde er aber nicht. „Wuppertal ist meine Heimat“, erzählt er. Also ging es 2016 zurück ins Bergische, wo er als Freelancer arbeitete, zum Beispiel als Koch für Caterer.

Recht schnell sprach ihn aber auch der Eigentümer des Ottenbrucher Bahnhofs an, ob er sich vorstellen könne, die Gastro dort zu übernehmen. Im Herbst 2017 war das „und ich habe schon ein paar Wochen überlegt“, erinnert sich Valentin heute. Gereizt haben ihn die Architektur und die Lage des Bahnhofs. „Direkt an der Trasse, das ist der Knaller“, so Valentin. Ausschlaggebend sei zudem gewesen, „dass ich das hier praktisch mitaufbauen kann“.

Als nette Kneipe, wo man gut essen kann, und als Veranstaltungsort will Valentin den Bahnhof etablieren, etwa für Hochzeiten oder Firmenevents. Gerade als Konzertort „hat der Ottenbruch einen Namen“, sagt der neue Pächter, der früher, als Jette Müller den Bahnhof führte, oft als Gast dort war.

Kulinarisch schwebt ihm ein Mix aus Tradition und neuer deutscher Küche vor, von bergischen Spezialitäten bis hin zu ausgefallenen Nudelgerichten. Bis die aber serviert werden, dürfte noch einige Zeit vergehen. Der Umbau des Denkmals zieht sich. Deshalb wolle er vorab auf jeden Fall schon einmal den Biergarten eröffnen. Und Ende des Jahres, hofft Valentin, wird er zumindest seine Wohnung im Bahnhof schon mal beziehen können.

Dass die Gastronomie angenommen wird, davon geht er aus. Schon jetzt würden täglich Leute auf der Trasse nachfragen. Auch beim WZ-Besuch machte ein Radler Halt, um sich nach dem aktuellen Stand zu erkundigen. Beim „Trassennachbarn“, der Utopiastadt, sieht man die Entwicklung ebenfalls positiv. Von Konkurrenz will David J. Becher nicht sprechen. „Was Gastronomie angeht, ist noch Luft nach oben an der Trasse“, sagt er. „Wir freuen uns.“ Auch Klaus Lang vom ADFC ist zufrieden über den Zuwachs und vor allem, dass der Biergarten schon in Kürze an den Start gehen soll.

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