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EN-Kreis beschafft Corona-Schutzausrüstung

Suche nach Angeboten : EN-Kreis beschafft Corona-Schutzausrüstung

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist der Markt für Hygiene- und Schutzmaterial angespannt und unübersichtlich. Der Ennepe-Ruhr-Kreis hat den neun kreisangehörigen Städten deshalb angeboten, Masken, Handschuhe und Desinfektionsmittel zentral zu beschaffen.

Überteuerte Angebote, gefälschte Zertifikate, Bestellungen, die niemals eintreffen: Seit Beginn der Corona-Pandemie ist der Markt für Hygiene- und Schutzmaterial angespannt und unübersichtlich. Der Ennepe-Ruhr-Kreis hat den neun kreisangehörigen Städten deshalb angeboten, Masken, Handschuhe und Desinfektionsmittel zentral zu beschaffen. Innerhalb von zwei Wochen ist es laut Kreis gelungen, den Bedarf von mehreren Hunderttausend Artikeln größtenteils zu decken.

„Eine Zeitlang war der Markt, vor allem für Masken, komplett leergefegt. Jetzt gibt es wieder Angebote, viele sind aber unseriös“, sagt Michael Schäfer, Leiter des Krisenstabs. „Bei einigen sind die Preise völlig unangemessen, bei anderen sind die Waren falsch etikettiert oder sie können gar nicht erst geliefert werden.“

Gute Angebote herauszufiltern, das ist Aufgabe des Bereichs Bevölkerungsschutz. „Teilweise ist das Detektivarbeit“, sagt Abteilungsleiter Rolf-Erich Rehm. So gingen er und sein Team in den vergangenen Wochen immer wieder auch Hinweisen auf Angebote und Liefermöglichkeiten nach, die ins Leere liefern.

Nicht so im Fall eines Modeunternehmens aus Hamburg, das arbeitet mit einem Zulieferer in Asien zusammen, der etwa Schutzmasken herstellt – und große Mengen davon liefern konnte, zu vernünftigen Preisen. Weil das Hamburger Unternehmen über die nötige Logistik verfügt und einen Beitrag zur Bewältigung der Corona-Krise leisten wollte, bot es verschiedenen Institutionen in Deutschland an, die Masken des Zulieferers zu bestellen. Auch dem TÜV Rheinland. Dort arbeitet Norbert Wieneke, der Bruder von Daniel Wieneke, Leiter des Bereichs Finanzen, Kreisentwicklung und Bildung bei der Kreisverwaltung. Über den Kontakt gelangte das Angebot in den EN-Kreis.

„Ein Glücksfall“, sagt Rehm. 208 000 Einwegmasken hat der Kreis aus dieser Quelle bezogen. Ende April landete die Ware am Frankfurter Flughafen und wurde wenige Tage später in das zu Beginn der Corona-Krise vom Ennepe-Ruhr-Kreis eingerichtete Zentrallager geliefert. „Damit können wir den Bedarf der Städte in diesem Segment komplett decken“, stellt Rehm zufrieden fest. Gleiches gilt für insgesamt 60 000 Mehrwegmasken, die in Ennepetal, Schwelm, Sprockhövel und Breckerfeld benötigt werden, und aus einer anderen Quelle stammen. Bei ihrer Beschaffung waren keine persönlichen Kontakte, dafür aber Schnelligkeit bei der Überprüfung der Ware gefragt. „Der Anbieter wollte eine sofortige Kaufentscheidung. Dafür hat er noch am selben Tag geliefert“, berichtet Rehm.

Der Kreis hat zudem knapp 3000 Liter Händedesinfektionsmittel über eine Apotheke besorgt. Auch rund 10 000 FFP2-Masken und 100 000 Einmalhandschuhe können an die Städte übergeben werden. Damit wird in diesen Segmenten zwar noch nicht der gesamte Bedarf gedeckt. „Jede Stadt erhält jetzt einen Teil der benötigten Artikel. Wir hoffen, dass wir auch den Rest zeitnah beschaffen können“, sagt Krisenstabsleiter Schäfer.

Damit das Material schnell ankommen kann, haben Mitarbeiter des Kreises Anfang der Woche im Zentrallager die Produkte auf Paletten für die einzelnen Städte zusammengestellt. Die Abholung und Verteilung übernehmen nun die Feuerwehren. Mehr Informationen zu Corona im EN-Kreis im Netz.

en-kreis.de