Elterntaxis: Ruhepause für Anwohner

Elterntaxis: Ruhepause für Anwohner

In den Schulferien ist deutlich weniger Verkehr zu merken.

Noch bis zum 28. August sind Sommerferien. Das bedeutet nicht nur Erholung für Lehrer, Schüler und ihre Eltern, sondern auch für die Anwohner der Schulen: Zahlreiche Eltern bringen ihre Kinder mit dem eigenen Auto möglichst bis zum Schultor, um es nach Schulschluss wieder dort abzuholen. Sei es aus Sorge, dem Kind könne auf dem Weg etwas passieren, oder aus Bequemlichkeit bei einem langen Schulweg oder einer schweren Schultasche. Die sogenannten Elterntaxis sind ein Problem, das innerhalb und außerhalb Wuppertals immer wieder für Diskussionen sorgt.

An der Grundschule Kruppstraße wurde bereits eine Hol- und Bringzone eingerichtet, um die Verkehrsstaus unmittelbar vor der Schule aufzulösen. Mit dem Wechsel der Kinder von der Grund- auf die weiterführende Schule scheint sich die Gewohnheit vieler Eltern allerdings nicht zu ändern: Auch rund um die St.-Anna-Schule auf dem Ölberg sind Elterntaxis ein Problem. Im letzten Jahr wiesen Anwohner der Dorotheen-, Charlotten- und Marienstraße auf die Belästigung durch Lärm, Abgase und den Verkehrsstau vor ihren Haustüren hin, indem sie neben Flugblättern kleine Spielzeug-Hubschrauber an die überfürsorglichen „Helikopter-Eltern“ verteilten. Um die 100 Autos würden allein zwischen 7.30 Uhr und 8.10 Uhr die Straße vor der Schule befahren, hieß es damals seitens der Bewohner des Ölbergs. Darüber hinaus gefährde das hohe Verkehrsaufkommen die Kinder, die oft über die Straße liefen, ohne nach Autos Ausschau zu halten. An den Reaktionen der Eltern auf die Aktion zeigte sich, dass vielen die Problematik für die Anwohner gar nicht bewusst ist.

„Wir hatten schon ein Treffen mit der Schulleitung, daraus hat sich aber bisher effektiv keine Veränderung ergeben“, so der Anwohner Uwe Peter. Beim letzten Treffen der Stadtteilkonferenz, die auch in der St. Anna-Schule stattfand, habe man noch einmal auf die Problematik hingewiesen und die Leitung gebeten, von sich aus auf die Eltern zuzugehen.

„Es wäre schön, wenn die St.-Anna-Schule zum Beispiel auf ihrer Webseite darauf hinweisen würde, dass Eltern ihre Kinder bitte nicht mit dem Auto zur Schule bringen oder zumindest Fahrgemeinschaften bilden“, schlägt Uwe Peter vor. Einige Lehrer der Schule würden zwar bei Gelegenheiten wie Elternabenden Zettel an die Eltern verteilen, das sei jedoch nicht genug und habe bisher keine spürbare Veränderung bewirkt.

„Natürlich gibt es auch ohne die Eltern eine generelle Verkehrsbelastung auf dem Ölberg“, räumt Uwe Peter ein. Aber der enorme Unterschied in den Schulferien — gerade in der morgendlichen Schulanfangszeit zwischen 7.30 und 8 Uhr — zeige schon, dass eine entscheidende Belastung von den Elterntaxis herrühre.

Uwe Peter verweist auf die Anfang des Jahres ins Leben gerufene Initiative „Mobiler Ölberg“, die durch nachhaltige und alternative Verkehrssysteme ein generell autofreieres Wohngebiet erreichen möchte. „Wir würden uns wünschen, dass auch die St.-Anna-Schule an der Initiative teilnimmt. Das wäre ein Zeichen, dass sie es ernst meinen und ihnen bewusst ist, dass das Problem gelöst werden muss, anstatt es auszusitzen.“

Momentan genießt Uwe Peter die Ruhe vor seinem Haus: „In den Schulferien ist es generell ruhiger in der Gegend, da natürlich auch einige Anwohner verreist sind.“ Eine Weile Erholung ist den Nachbarn der St.-Anna-Schule also noch gegönnt.

Danach will man erneut den Kontakt zu Lehrern und Eltern suchen, um auf die Problematik aufmerksam zu machen.