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Elterninitiative lässt Piratenschiff in Wuppertal wieder glänzen

Freizeit : Eltern lassen Piratenschiff wieder glänzen

Eltern greifen selbst zum Hochdruckreiniger und befreien das Spielgerät vom Schmutz. Sie wollen damit ein Zeichen setzen. Denn viele Spielgelegenheiten auf dem Areal sind seit fast zwei Jahren gesperrt.

Weil man nicht alles der Stadt überlassen könne, haben die Mitglieder der Interessengemeinschaft Spielplatz Hundsbusch am Samstag selbst Hand angelegt und das Piratenschiff auf besagtem Spielplatz gereinigt.

Andreas Romano, Sprecher der Elterninitiative, griff – assistiert von Flora (2) – zum Hochdruckreiniger, während Henri (3), Matthias (6) und Mimi (7) den Schrubber wählten. Die sechs Monate alten Zwillinge Ida und Theo schauten sich das Geschehen derweil vom Kinderwagen aus an. „Sieht ja toll aus“, lobte Mutter Anna Müller und sah auch die Aktivitäten ihres Ehemannes Tobias mit Wohlgefallen.

Mit dieser Aktion wollte die Elterninitiative noch einmal darauf aufmerksam machen, dass der idyllisch gelegene Spielplatz mit seiner gepflegten Rasenfläche am Abhang nur auf den ersten Blick eine prächtige Einrichtung für die Jüngsten ist. Tatsächlich sind nämlich nahezu alle Spielgeräte seit zwei Jahren gesperrt. So wie die Hängebrücke, die zum Burgturm führt, vergittert ist, ebenso wie der Turm selbst, weshalb die integrierte Röhrenrutsche aus Metall auch nicht zugänglich ist. „Wir wollen spielen“, lautete deshalb eine Forderung der rund 25 Kinder im näheren Umkreis des Spielplatzes. „Und wir möchten nicht warten, bis die Kinder volljährig sind“, sagte Andreas Romano.

Dabei stehen rund 60 000 Euro für die Sanierung des Spielplatzes bereit, und auf eine Einladung der Eltern an Carsten Gnipp, den zuständigen Teamleiter im Ressort Grünflächen und Forsten, doch am letzten Samstag zum Hundsbusch zu kommen, kam eine freundliche und sogar zuversichtlich stimmende Antwort. Zunächst befürwortete Gnipp die Aktion der Eltern und bestätigte, dass die Mittel für die Erneuerung der Spielgeräte bereit liegen würden. Doch Personalwechsel, durch Corona bedingte veränderte Arbeitsbedingungen und eine hohe Auslastung der zuständigen Mitarbeiter und ausführenden Firmen hätten in diesem Jahr zu zeitlichen Verzögerungen geführt.

„Zunächst wird die Nestschaukel erneuert“, heißt es im Schreiben des Ressorts Grünflächen und Forsten. „Die Ausschreibung für die Sanierung des Rutschturms ist aus den genannten Gründen noch nicht erfolgt, wird aber kurzum angegangen“, heißt es weiter. Einen detaillierten Zeitplan gebe es indes nicht. Die Kleinen müssen also bis zum Beginn der Arbeiten in erster Linie mit dem Piratenschiff im Sandkasten vorlieb nehmen.

Erstaunliche Kenntnis der Lokalpolitik bewies die sieben Jahre alte Mimi, als sie energisch fragte: „Und wo ist der Herr Schneidewind?“