Elf Jahre und kein bisschen leise: Lillith beim Schülerrock

Elf Jahre und kein bisschen leise: Lillith beim Schülerrock

Am Samstag geht die 26. Ausgabe über die Bühne der Uni-Halle. Mit dabei ist auch die junge Wuppertaler Schülerband Lillith.

Wuppertal. Authentisch, frisch, jugendlich — so kommen die Songs der Band Lillith rüber. Dass die Bandleaderin, nach der die Gruppe sich benannt hat, erst elf Jahre alt ist, merkt man der Stimme der Sängerin nicht an. Ganz selbstverständlich steht sie mit ihrer Gitarre am Mikrofon, singt vom Leben — und man kauft es ihr ab.

Die Musik ist Lillith quasi in die Wiege gelegt worden. Im Pub der Eltern, dem Domhan auf dem Ölberg, hat sie viele Konzerte gesehen, Musiker kennengelernt und wusste: Gitarre spielen — das will ich auch. Gemeinsam mit ihrem 17-jährigen Bruder Rune, dem Gitarristen Janus (14) und dem ebenfalls erst elf Jahre alten Drummer Paul gründete sie vor einem halben Jahr eine Band: Lillith.

Am Samstag stehen die vier Wuppertaler zum ersten Mal auf der Bühne der Uni-Halle, wo sie das Publikum des Schülerrock Festivals mit selbst geschriebenen Songs begeistern wollen. Berühmt werden müssen sie nicht gleich unbedingt, aber Musik machen, das wollen sie auch nach dem Festival — und zwar gemeinsam. „Mit dem großen Bruder zu spielen, macht Spaß. Bei den Proben wird auch nicht gestritten“, sagt Lillith. Und Rune meint: „Es ist meine erste Band, die wirklich funktioniert.“

Das ist nicht selbstverständlich, soll es doch Bands geben, die sich eigens für das Festival gründen, um sich danach aufzulösen — was dem Grundgedanken widerspricht. „Wir wollen, dass das Festival nachwirkt“, sagt Organisator Björn Krüger. Deshalb gibt es am 3. Februar erstmals ein „Best of Schülerrock“ im LCB. „Da haben ausgewählte Bands die Gelegenheit, sich noch einmal in Club-Atmosphäre zu präsentieren“, erklärt Krüger. Doch zunächst gilt es, das eigentliche Festival „über die Bühne“ zu bringen. Organisatorisch ist das ein Kraftakt, der nicht ohne das Engagement vieler Helfer möglich wäre. Immerhin haben die Macher es nicht mit Profi-Musikern zu tun. Das Schüler-Rockfestival kann aber ein erster Schritt dahin sein.

Diese Gelegenheit lässt sich auch Singer/Songwriter Jan Röttger nicht entgehen. Obgleich dem Schulalter längst entwachsen, ist der morgige Auftritt tatsächlich sein erster beim Schüler Rockfestival — und das obwohl Röttger gebürtiger Wuppertaler ist. „Da hat er aber die Rechnung ohne uns gemacht“, sagt Organisator Krüger.

Neben Röttger stehen am Samstag sechs weitere Headliner auf der Bühne. So ist der 21-jährige Max Prosa, der von “Spiegel Online” bereits zu den Newcomern des Jahres gezählt wird, ebenfalls am Start. Der Erfurter hat bereits im letzten Jahr Zehntausende im Vorprogramm von Clueso begeistert. Am Samstag will er mit seinen Songs Wuppertal erobern — und auf seiner Tour im Februar die Republik.

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