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Elefantenmädchen Tuffi aus dem Wuppertaler Zoo ist besonders selbstbewusst

Reportage : Elefantenmädchen Tuffi ist besonders selbstbewusst

Die WZ besuchte den beliebten Elefanten mit dem prominenten Namen im Wuppertaler Zoo. Die Dame gehört in der Herde zu den Dickhäutern, die den Ton angeben.

Rüssel an Schwanz zieht eine Karawane aus acht Elefanten in Richtung Wasserloch. Vorneweg geht die vierjährige Tuffi, die aus der Gruppe der kleineren Familienmitglieder als größte hervorsticht. Das bevorstehende Spektakel lässt die Besucher zum Elefantengehege strömen. Ein Kind ruft aufgeregt: „Mama, die baden.“ Und genau das tut die Elefantenfamilie auch. Innerhalb weniger Sekunden wird das Wasserloch zum Wellenbad. Die Elefantenkuh Sabie wälzt sich im kühlen Nass, während die wenige Monate alten Kinder Tsavo und Kimana zeitweise mit dem ganzen Körper abtauchen. Nur der Rüssel schaut noch wie ein U-Boot-Periskop aus dem Wasser hervor. Bei dem Gerangel fällt auf: Tuffi lässt sich nicht unterbuttern. Das liegt daran, dass sie als Tochter der Leitkuh Sabie eine Sonderstellung in der Herde genießt.

Manchmal stehlen die
Jungtiere Tuffi auch die Show

Tierpflegerin Vanessa Hagedorn (39) sagt über Tuffi: „Sie ist besonders selbstbewusst.“ Ein weiterer Wesenszug sei ihre pfiffige Art, wenn es darum geht, neue Verhaltensmuster zu erlernen. Etwa wenn das Abduschen oder der Arztbesuch anstehen.

Tuffi ist einer der Stars unter den Elefanten, was unter anderem an ihrem prominenten Namen liegt. „Die Kinder lieben sie“, sagt Hagedorn. Auch wenn natürlich die neuen Jungtiere ihr immer mal wieder die Show stehlen. Dafür hat Tuffi eine eigene Facebook-Seite mit mehr als 2600 Fans.

Der Schlappohr-Star kam 2016 als Jubiläums-Baby auf die Welt - die Elefantendame war das zehnte Kalb, das im Zoo geboren wurden. Daher, so hatte Zoodirektor Arne Lawrenz der WZ einmal verraten, sollte der Name einen ganz besonderen Anklang haben.

Und er zieht. Die Geschichte von dem Elefanten, der bei einer Werbeaktion aus der Schwebebahn gesprungen ist und unverletzt aus der Wupper gerettet werden konnte, ist eben heute noch fast jedem Kind bekannt. Doch die junge Tuffi unterscheidet sich dann doch deutlich von ihrem historischen Vorbild. Sie ist schließlich ein afrikanischer Elefant und hat als solcher größere Ohren als ihre Namensschwester, die aus Indien kam.

Der Badespaß hat ein Ende. Tuffi läuft mit ihrer Familie zurück zum Elefantenhaus, wo ein paar schmackhafte Äste warten. Doch auf dem Weg machen Tuffi und ihre Verwandten noch eine kleine Pause. Schließlich gibt es für einen Elefanten nichts Schöneres, als nach dem Bad mit dem Rüssel eine Sandschicht über dem Rücken zu verteilen. Tuffi schrubbt genüsslich über den sandigen Boden - ein fester Bestandteil der Körperpflege bei Elefanten. Und gemeinsam macht das offenbar am meisten Spaß.

Tuffis Vater Tusker
hat den Zoo verlassen

Der Zoo ist stolz auf den Zusammenhalt der Elefantenherde. „Bei uns lernt Tuffi den sozialen Umgang in der Herde“, sagt Hagedorn. Das sei der Vorteil im Wuppertaler Zoo, wo neun Elefanten zusammenleben. Allerdings wird der Bulle Tooth derzeit von der Gruppe getrennt, weil die Jungtiere in ihren ersten Monaten etwas mehr Ruhe brauchen. Tuffis Vater Tusker hat Anfang des Jahres den Zoo verlassen und hat ein neues Zuhause in den Niederlanden gefunden. Es hätte irgendwann die Gefahr bestanden, dass sich Tusker mit seinen Töchtern paart, daher war eine Trennung unausweichlich.