Elberfelder Mädchenkurrende: Nachwuchs beeindruckt mit hohem Niveau

Elberfelder Mädchenkurrende: Nachwuchs beeindruckt mit hohem Niveau

Elberfelder Mädchenkurrende gab in der Friedhofskirche ihr Sommerkonzert.

Wuppertal. Die Elberfelder Mädchenkur-rende wurde im Jahr 2002 gegründet, ist also ein recht junger Chor. Ihr Bruder, die Wuppertaler Kurrende, ist dagegen viel älter und seit Jahrzehnten im Kulturleben der Stadt fest verankert. Das heißt aber noch lange nicht, dass man mit der Schwester geduldig sein muss, bis auch sie diesen Status erreicht hat. Eigentlich dürfte sie ihn schon jetzt haben.

Ihr Sommerkonzert in der gut besuchten Friedhofskirche machte nämlich deutlich, dass sie sich mit ihren sängerischen Qualitäten nicht hinter dem Knabenchor zu verstecken braucht. Die Eltern scheinen mächtig stolz auf ihre Töchter zu sein. Denn eifrig wurden während des Konzerts die Kamera- und Videofunktionen ihrer Smartphones benutzt.

Sogar eine Spiegelreflexkamera mit langem Objektiv klickte während der Darbietungen geräuschvoll. Und ein junger Mann wechselte mit Kamera und Stativ regelmäßig seinen Standort, um aus vielen Perspektiven das Geschehen im Altarraum zu dokumentieren. In Anbetracht der seriösen Veranstaltung störte diese Unruhe zwar ein wenig — kann aber nachvollzogen werden.

Denn die Nachwuchschöre beeindruckten mit einem bereits beachtlichen Niveau. Gemeinsam sangen die „Kolibris“ (ab 6 Jahre) und die „Finken“ (ab 9 Jahre) auswendig sogar ein französisches Volkslied.

Unter der abwechselnden Leitung von Frauke Dorothea Mahlerwein und Hayat Chaoui ließen sie die Herzen höher schlagen, als schwungvoll ein ungarischer Tanz, beseelt ein japanisches Volkslied und munter drei Lieder aus dem Luther-Musical „Der falsche Ritter“ von Andreas Hantke gesungen wurden. Dabei war den Kindern Pianistin Mi-chiko Tashiro stets eine sichere Stütze.

Ein überwiegend weltliches Programm hatte sich auch der Konzertchor zusammengestellt. Unter dem Dirigat von Angelika Küpper gestaltete er die teils nicht leichten Arrangements altbekannter Lieder wie „Heidenröslein“ und „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ munter-frisch, intonationsrein und klanglich fein abgestimmt.

Auch die erst zwei Jahre alte „Missa Popularis“ von Marten Jansson beeindruckte. Begleitet von einem gediegen aufspielenden Streichquintett gelang ihm eine gefühl- und temperamenvolle wie harmoni-sche Darbietung der fünf Teile. Große Klasse war außerdem der Vortag einer Weise Robert Schumanns von einem Ge-sangsquartett mit Sara Stracke, Dorothea Baumann, Esther Wittersheim und Katja Schäfer.

Dementsprechend begeistert war der Schlussapplaus als Dank für den kurzweiligen Nachmittag, der als Zugabe mit einem Sommerpsalm endete.

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