Elberfelder Fußgängerzone soll attraktiver werden

Stadtentwicklung : Geldspritze für das Herz Elberfelds

Die Immobilien- und Standortgemeinschaft Poststraße/Alte Freiheit/Kerstenplatz ist gegründet. Immobilienbesitzer zahlen eine Million Euro in einen Fördertopf zur Steigerung der Attraktivität der City.

Eine Million Euro wollen die Besitzer von 34 Immobiliengrundstücken an der Poststraße, Alte Freiheit und Kerstenplatz in den kommenden fünf Jahren in der Elberfelder Fußgängerzone investieren. Im Barmer Rathaus unterzeichneten Eleonore Putty und Marcus Hüttermann am Montag für die Immobilien- und Standortgemeinschaft Alte Freiheit/Poststraße/Kerstenplatz im Beisein von Oberbürgermeister Andreas Mucke die Gründungsurkunde.

„Seit den ersten Gesprächen 2015 haben alle Beteiligten einen langen Atem gebraucht“, sagte Daria Stottrop, Leiterin des Geschäftsbereichs Außenwirtschaft, Handel und Dienstleistung bei der Bergischen Industrie- und Handelskammer. Zunächst galt es, Überzeugungsarbeit zu leisten, denn eine ISG kommt nur dann zustande, wenn ein gesetzklich gefordertes Quorum erfüllt wird. Bei der ISG in Elberfeld hatten sich 85 Prozent aller Immobilienbesitzer, die je nach Größe ihrer Immobilien Stimmanteile haben, bereit erklärt, der ISG zuzustimmen. Damit geht für sie die Verpflichtung einher, gemäß ihrer Stimmanteile in den gemeinsamen Fördertopf einzuzahlen. Der ist nun mit einer Million Euro für die kommenden Jahre gut gefüllt.

Im Juli 2017 wurde der Verein gegründet, im März 2018 das Maßnahmenkonzept an die Stadt übergeben. Die Zeit drängt, denn der Umbau am Döppersberg wird die Passantenströme in der Elberfelder Innenstadt verändern. „Dass die ISG diesen Impuls jetzt aufgreift und durch das eigene Engagement weiter entwickelt, ist gut für Elberfeld und unsere Stadt“, sagte Oberbürgermeister Andreas Mucke und erinnerte daran, dass Poststraße und Alte Freiheit die Hauptachse des Einzelhandels in Elberfeld bilden, aber durch die Veränderungen in der Geschäftslandschaft in den vergangenen Jahren an Anziehungskraft verloren haben. Mucke wünscht sich, dass wieder mehr Kaufkraft in der Stadt gebunden wird.

Das Vorbild ISG Barmen Werth macht Schule in Elberfeld

„Wenn man nach Barmen schaut, dann weiß man, was eine ISG bewirken kann“, sagte Planungsdezernent Frank Meyer. Die ISG Barmen-Werth wurde 2013 gegründet und machte vor einem Jahr mit der spektakulären Beleuchtung der Barmer Einkaufsmeile auf sich aufmerksam. Mit ihren vielfältigen Aktivitäten hat die ISG Barmen-Werth bereits Nachahmer in einigen Städten gefunden.

„Mit dem Thema Beleuchtung werden wir uns 2020 beschäftigen können“, sagt Eleonore Putty. Kurz und mittelfristig hat sich die Elberfelder ISG zum Ziel gesetzt, das Standortmarketing und Standortmanagement zu verbessern sowie sich um das räumliche Erscheinungsbild der Einkaufsstraße zu kümmern. Am Anfang stehe der Aufbau von Kommunikationsstrukturen. „Wir beabsichtigen zudem, einen Hausmeister einzustellen und einen Ordnungsdienst einzusetzen“, so Eleonore Putty. Auf dem Werth hat sich der Einsatz eines Hausmeisters bewährt.

Marcus Hüttermann hatte gegenüber der WZ angekündigt, dass externe Facharchitekten ein Konzept für eine einheitliche Gestaltung der Straßenzüge erarbeiten sollen. Hüttermann geht von ersten Maßnahmen 2019 aus. Für die Immobilienbesitzer ist es eine Investition in die Zukunft, denn langfristig sollen höhere Mieten erzielt und der Wert der Immobilien erhalten werden.