Feier: Elberfelder Cocktail war eine heiße Nummer

Feier : Elberfelder Cocktail war eine heiße Nummer

Kühle Getränke und viel Musik machten die Hitze erträglich. Veranstalter waren sehr zufrieden.

„Das wird eine ganz heiße Nummer“, wusste Bürgermeisterin Ursula Schulz schon bevor sie am Freitagnachmittag zusammen mit dem IG1–Vorstandsmitgliedern Susanne Schönrock und Matthias Zenker und Ehrenmitglied Lore Duwe auf der Bühne des „Neumarkts unter Palmen“ den 34. Elberfelder  Cocktail eröffnete. Obwohl sich die am Mittag gemessenen 40 Grad schon auf geradezu anheimelnde 36 „heruntergekühlt“ hatten, gestand die heimische Jazzband „Seatown Seven“, noch nie bei solcher  Hitze gespielt zu haben. Ihr  Trompeter wies auf sein nicht gerade mundgerecht aufgeheiztes Blechblas-Instrument hin. Natürlich zeigten sich die sieben  Herren dennoch in Bestform und bildeten den musikalischen Hintergrund für den Genuss der ersten meist alkoholfreien Mixturen, die nicht nur an den fünf Ständen der Veranstalter, sondern auch an den Tischen und Bänken der ortsansässigen Gastronomie ausgeschenkt wurden.

Zufrieden hatte Matthias Zenker dafür gedankt, dass die Stadt alle Baustellen auf der Festmeile zwischen Neumarkt, Poststraße, Alte Freiheit, Turmhof und Herzogstraße für das dreitägige Fest geschlossen hatte, sodass die fröhliche Stimmung für die zahlreichen Besucher nicht eingeschränkt wurde.

Daran änderte auch der Regenguss am Freitag um 18 Uhr nichts. Im Gegenteil: „Das hat für Abkühlung gesorgt und in den späteren Stunden noch viele Gäste in die Elberfelder City gelockt“, vermerkte Christian Stronczyk von der Veranstaltungsagentur „Orion“ und machte  auch am Sonntag ein glückliches Gesicht. Nicht, weil er an diesem Tag 56 Jahre alt geworden war, sondern weil ihm trotz pausenlosem Einsatz sein Job offensichtlich Freude machte. „Ich habe hineingefeiert“, berichtete er und schleppte schnell noch einen Kasten Wasser auf die Bühne für den ersten Sonntagsauftritt des Ehrenmusikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Ronsdorf.

Musik-Mix
kam gut an

„Mit den Wuppertaler Musikgruppen unterschiedlichster Art haben wir einen guten Griff getan. Es war für  jeden Geschmack etwas dabei“, so Stronczyk mit Blick auf die König-Pilsener-Bühne auf dem Neumarkt und die der Sparkasse auf dem Von-der-Heydt-Platz.

Bis 23 Uhr ging es am Freitag und am Samstag, während am Sonntag geplant war, den musikalischen Teil mit der  Wuppertaler Pop-Rock-Band „Spurwexel“ um 18 Uhr ausklingen zu lassen. Davor waren es an den drei tollen Cocktail-Tagen beispielsweise „The cube“, Rick Dermon, Ritmo des Sol oder die Musical Dreamer, die für eine unterhaltsame Beschallung gesorgt hatten. Am Samstag durften sich auf dem Neumarkt weithin unbekannte beziehungsweise verkannte Talente bei der zweiteiligen Karaoke-Show auf den Bühnenbrettern austoben.

Wie das Motto schon sagte, waren die Cocktails der Hauptgrund, zur Elberfelder Feiermeile zu kommen, und die wurden in geschmackvoll designten Mehrwegbechern angeboten. Hergestellt, wie auch die Trinkbehälter von „Barmen live“, in den Werkstätten der Lebenshilfe in Cronenberg. Und die früher benutzten Plastiktrinkhalme wurden durch solche aus kompostierbarem Zuckerrohr ersetzt. Was der allgemeinen Trinklust, die im Laufe des Abends mehr und mehr in alkoholische Mixturen überwechselte,  keinen Abbruch tat.

Einen Euro Pfand musste man für die Trinkbecher berappen. „Die wurden auch sehr diszipliniert zurück gebracht“, wurde an einem Cocktail-Stand von Paolo Friselli, einem der stärksten Befürworter von Mehrweg und Zuckerrohr, versichert.

Wein wurde dagegen in stilvollen Gläsern an den typischen schwarz-weiß dekorierten Tischen serviert. Und von dort ließen die Genießer die fröhlichen Besucher an sich vorüber ziehen, amüsierten sich über die Versuche, beim Rodeo-Bullriding im Sattel zu bleiben. Oder die mehrere Meter hohen Sprünge der Kinder auf den vier Bungee-Trampolinen. Denn auch an die Jüngsten war mit zwei Karussells und dem Enten-Angeln gedacht worden.

Und natürlich auch an die Feinschmecker, um die sich vornehmlich Rainer Pöschke kümmerte, der seit mehr als einem Jahrzehnt mit Meeresspezialitäten für gehobene Gastronomie auf dem Volksfest sorgt. Wie auch Marc’s Boulangerie, wo mit Elsässer Flammkuchen und anderen französischen Delikatessen Urlaubsflair an den (allerdings nicht zugänglichen) Neptunbrunnen gezaubert wurde. Auf glühenden Schwenkgrills  brutzelten die volksnahen Bratwürste und Nacken-Steaks, sodass niemand hungrig oder durstig den Heimweg antreten musste.

Das Starbuck’s am Neumarkt hatte für die hechelnden Vierbeiner gleich mehrere erfrischende Hundebars bereitgestellt. Es war tatsächlich für jeden etwas dabei, beim 34. Elberfelder Cocktail.

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