1. NRW
  2. Wuppertal

Wuppertal: Elberfeld: Schiene der Schwebebahn ist gerissen

Wuppertal : Elberfeld: Schiene der Schwebebahn ist gerissen

Eine Schiene der Schwebebahn hat einen Riss. Zwischen Pestalozzistraße und Robert-Daum-Platz auf Höhe Moritzstraße – in Richtung Oberbarmen – ist laut Angaben der Stadtwerke der Schaden entdeckt worden.

„Der 13 Zentimeter lange Riss geht durch das ganze Bauteil von oben bis unten“, sagt Holger Stephan, Sprecher der Stadtwerke. Der Riss sei einem Schwebebahnfahrer aufgefallen, weil es auf offener Strecke gerumpelt habe. „Da war etwas nicht mehr nach Plan.“ Weil die Schiene auf dem Gerüst aufliege, sei die Fahrt zu keinem Zeitpunkt für Fahrgäste und Fahrer unsicher gewesen.

Das beschädigte Teil wurde am Montagvormittag provisorisch repariert, damit die auf der Strecke befindlichen Schwebebahnen die Werkstatt in Vohwinkel beziehungsweise die Wagenhalle in Oberbarmen ohne Fahrgäste anfahren konnten. Die betroffene Stelle soll in den kommenden Nächten ausgetauscht werden. Ab Dienstag soll die Schwebebahn wieder fahren, an der Bruchstelle aber langsamer. Die Kosten für den Austausch liegen bei etwa 30 000 Euro.

Die Ursache des Schadens sei bisher unklar und werde untersucht. Die Technische Aufsichtsbehörde der Bezirksregierung ist informiert. Laut Stadtwerken liegt die betroffene Schiene an einer Stelle, „die der Fahrschiene die Ausdehnung (Dilatation) ermöglicht, dort ist die Belastung schon etwas größer“. Ob das der Grund ist, sei nicht klar.

 Die Stadtwerke prüfen die Schienen per Sichtkontrolle monatlich auf Fehler. „Die betroffene Stelle wurde vor zwei Wochen noch einer Sichtprüfung unterzogen und war unauffällig.“ Generell sei ein solcher Fall aber nicht völlig überraschend. „Wir hatten vor zehn Jahren schon einen Fall, aber an einer anderen Stelle. Das kann passieren, ist aber selten“, sagt Holger Stephan.

Vor zwei Wochen sei der
Riss nicht erkennbar gewesen

Die Schwebebahnen standen am Montagmorgen bis etwa 10.15 Uhr in den Bahnhöfen, während die Schiene provisorisch geflickt wurde. Drei Mitarbeiter kletterten kurz darauf vom Gerüst an der Pestalozzistraße. Die Tore der Schwebebahnhöfe blieben aber auch danach geschlossen. Die Fahrgäste wurden stattdessen auf die S-Bahn und den Schwebebahn-Express verwiesen – auf den Anzeigetafeln der Schwebebahnhöfe war zu lesen, dass in den Bussen und Bahnen ein Mund-Nase-Schutz zu tragen ist.

Die Bezirksregierung hat keine Bedenken gegen eine Fortführung des Betriebes ab Dienstag. „Die WSW beabsichtigen, den Riss mittels verschraubter Laschen zu überbrücken und die Strecke wieder in Betrieb zu nehmen. Im Bereich der Überbrückung wird die Geschwindigkeit reduziert. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen die Überbrückung ausgetauscht und die Bruchstellen materialtechnisch untersucht werden“, heißt es auf Anfrage der WZ von der Technischen Überwachungsbehörde.

Für die Stadtwerke ist das nicht die erste Panne, seit die ersten neuen Bahnen fahren. Am 18. November 2018 hatte sich eine Stromschiene gelöst. Bis zum 1. August 2019 musste die Schwebebahn pausieren.

Kurz nach dem Neustart – der ohne die alten Wagen der Baureihe 72 stattgefunden hat – hat die Schwebebahn ein neues Betriebssystem bekommen, das die Bahn auf einen Zwei-Minuten-Takt und Tempo 60 vorbereiten sollte. Das führte aber erst einmal dazu, dass es Funkprobleme und gehäufte Stillstände gab. Es dauerte bis Dezember, bis die Bahn wieder ohne nennenswerte Störungen fuhr, aber auch dann konnte Tempo 60 noch immer nicht angepeilt werden.

Denn die Schwebebahn hat im Mai 2017 in schneller Fahrt das Gerüst berührt – ebenfalls nahe der Station Pestalozzistraße. Seitdem wird geprüft, woran es gelegen hat. Bis heute sind technische Fragen, die mit dem Hersteller der Wagen, Kiepe, geklärt werden müssen, unbeantwortet.

Im Oktober 2019 kam heraus, dass die Drehgestelle Risse haben – sie sind Fahrgestell und Motor zugleich. Insgesamt müssten 124 Bauteile ersetzt werden, hieß es. Auch dazu gibt es von den Stadtwerken keine Neuigkeiten. Zusammenfassend sagt Holger Stephan nur, dass die Stadtwerke bei all dem, was passiert ist, „kein grundlegendes Problem sehen“ – also keinen Zusammenhang.