Elberfeld: ISG Poststraße geht an den Start

Einzelhandel : ISG Poststraße geht an den Start

Im September sollen die Planungen losgehen. Die Herausforderungen sind vielfältig.

Am 3. September wird der Vertrag für die ISG Poststraße/Alte Freiheit unterschrieben. Beim Oberbürgermeister, während der montäglichen Pressekonferenz. Die vorgesehene Öffentlichkeit zeigt den Stellenwert der Immobilien- und Standortgemeinschaft im Elberfelder Zentrum für die Stadt.

Der bereits vor einem Jahr formierte Verein, der die Gründung der ISG vorangetrieben hat, hat zuletzt bei der Stadt die Festlegung eines Gebietes beantragt. Das beinhaltet alle Häuser entlang der Alten Freiheit und Poststraße zwischen Wupperbrücke am Döppersberg und dem Kerstenplatz, der direkt am Neumarkt liegt. In der Folge wird sich die ISG dem Bereich widmen, der den Eigentümern und Geschäftstreibenden Sorgen bereitet hat. Zuletzt wegen immer mehr Billigläden einerseits und der ungewissen Zukunft angesichts von geplantem FOC und Primark andererseits.

Für Marcus Hüttermann, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, ist genau dieser Bereich die eigentliche Fußgängerzone Elberfelds. „Das ist die eigentliche 1A-Lage in Elberfeld - und das soll es auch wieder werden“, benennt er den Anspruch der ISG. Wichtig sei eben, dass die ISG genau da ansetze, wo die Entwicklung des Döppersbergs ausfhöre - an der Wupperbrücke.

Stadtsprecherin Martina Eckermann sagt, dass die ISG helfen soll, die zusätzliche Frequenz, die man sich von Primark erhofft, an die Alte Freiheit und die Poststraße bringen soll.

Geplant ist, dass die ISG drei Themenbereiche in den kommenden fünf Jahren ihres Bestehens bearbeitet, erklärt Hüttermann. Erstens soll die Freiraumgestaltung Thema werden - also die Aufenthaltsqualität auf der Straße gesteigert werden. Alte Bäume und Wildwuchs an Laternen sollen weichen und ersetzt werden, nennt Hüttermann Beispiele. Dafür sollen externe Facharchitekten ein Konzept erarbeiten. Gleiches gilt für die Fassaden der Straße, die vereinheitlicht werden und ein neues Lichtkonzept erhalten sollen. Diese Themen sollen direkt ab September nach und nach geplant und verwirklicht werden. Hüttermann geht von ersten Maßnahmen im kommenden Jahr aus. Die Hauseigentümer, die an der ISG beteiligt sind, investieren dafür insgesamt eine Million Euro. Die Stadt zieht dafür das Geld mit den Grundabgaben ein und verwaltet die Ausgaben.

Nicht nur deshalb gibt es eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt. Denn neben dem, was die ISG selbst leisten will, wird die Stadt auch noch das Pflaster in dem Bereich erneuern. Konkrete Pläne gibt es laut Eckermann aber noch nicht.

Appell: ISG soll das Thema
Weihnachtsmarkt angehen

Bau- und Planungsdezernent Frank Meyer weist nochmals darauf hin, dass die Qualitätsoffensive Innenstadt ja den gesamten Bereich der Innenstadt abdecken soll. Dass sich dort etwas tun müsse, sei keine Frage. Man müsse sich aber abstimmen, betont er. Es dürfe zum Beispiel nicht passieren, dass es zeitgleich große Baustellen auf Wall und Poststraße gibt. „Das wollen wir verhindern.“

Die Reaktionen auf die ISG sind positiv, dennoch gibt es aber auch Kritik - oder Appelle. Ralf Engel, Geschäftsführer des Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverbands, sagt, bei allen positiven Signalen, dürfe man nicht vergessen, die bestehenden Probleme zu bearbeiten. Er nennt die Kriminalität auf der Platte oder die fehlende Neukonzeption eines Weihnachtsmarkts. Ebenso sieht er eine mögliche Konkurrenz für die Poststraße im Wall. „Wenn der Wall ertüchtigt wird, darf sich die Poststraße nicht weiter entwickeln wie bisher“, mahnt er zu einem schnellen, abgestimmten Handeln.

Mit Spannung schaut auch Bezirksbürgermeister Hans-Jürgen Vitenius (SPD) auf die Entwicklung der Poststraße und der Innenstadt. „Wir werden das begleiten.“ Dass sich nach Barmer Vorbild nun eine ISG gegründet habe, „sehe ich positiv“. Doch vieles sei gar nicht planbar. „Man muss abwarten, wie sich die Besucherströme entwickeln“, so Vitenius. Ihn ärgere, dass der Döppersberg einfach noch nicht fertig ist, „es jetzt in Schritten abläuft und nicht mit einem großen Paukenschlag.“ Losgelöst von der leidigen Diskussion um das FOC hätte er sich schon gewünscht, dass die Primark-Filiale pünktlich eröffnet. Vitenius sagt: „Mein Traum war es eigentlich, dass im Herbst 2018 alles fertig ist.“

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