Eisige Zeiten auf der Trasse

Eisige Zeiten auf der Trasse

Die Stadt lud am gestrigen Dienstag an der Mirke zum Pressetermin, die Spitze der Wuppertal Bewegung weist die Kritik vehement zurück.

Mirke. Ob das Presseamt der Stadt den Termin bewusst gewählt hat, um zu zeigen, wie frostig das Gesprächsklima mit der Wuppertalbewegung inzwischen ist, blieb am gestrigen Dienstag offen: Baudezernent Frank Meyer und Projektleiter Rainer Widmann präsentierten bei eisiger Kälte den Stand der Dinge bei den Pflasterarbeiten für den künftigen Fußweg am Mirker Bahnhof. „Trotz aller Querelen geht es in einem guten Tempo weiter“, betonte Meyer vor frierenden Journalisten.

Naturgemäß könne es mit Blick auf die Qualifikation der Kräfte des 2. Arbeitsmarktes und die Anforderungen beim Trassenbau nicht ganz so schnell vorangehen wie mit Kräften des ersten Arbeitsmarktes, dennoch seien in den letzten Wochen rund 1,3 Kilometer Weg gepflastert worden. „Wir sind im Plan und sehr zufrieden.“ Die Kräfte des Wichernhauses sind auch jetzt unermüdlich im Einsatz.

Als nächster größerer Schritt soll nach der Winterruhe für Fledermäuse ab Anfang April der Tunnel Dorrenberg in Angriff genommen werden. „Im Sommer ist der komplette Abschnitt zwischen den Bahnhöfen Ottenbruch und Mirke durchgängig benutzbar“, versprach Widmann. In diesen Tagen wartet die Stadt — wie berichtet — auf den Zuwendungsbescheid des Landes für die Außenbereiche. Dafür sei das „Getöse aus Wuppertal“ sicher „nicht förderlich“, meinte Meyer. Zur Frage nach der Fertigstellung erklärte er sinngemäß, die Wuppertalbewegung sei gut gewesen, um das Projekt ins Leben zu rufen, die dort Aktiven seien aber nicht die Richtigen, es zu Ende zu bringen. „Wir bauen das zu Ende“, sagte er, wollte aber nicht darauf wetten, dass der angestrebte Termin für die durchgängige Befahrbarkeit Ende 2014 wirklich einzuhalten ist.

Unterdessen weist die Führung der Wuppertalbewegung die Kritik der Stadtspitze an „schweren Vergabefehlern“ beim Bau des ersten Trassenstücks mit Nachdruck zurück: „Die Stadtspitze vermittelt ein falsches Bild in der Öffentlichkeit“, erklärt Carsten Gerhardt. Man habe nicht „einfach drauflos gebaut“, die Kosten gerade auch bei der Auswahl des externen Prüfers KKP immer im Blick gehabt — und damit zu kämpfen, dass jenseits der beiden großen Positionen „Wegebau“ und „Bau des Zugangs Schleswiger Straße“ alle anderen Baukosten durch den Gutachter „pauschal als nicht förderfähig abgelehnt“ wurden.

Dabei gehe es um die Vergabe „34 kleinerer Aufträge“ für die Baustelle des 2. Arbeitsmarktes. Aus Sicht der Prüfer hätten sie als eigener Posten zusammengefasst und vergeben werden müssen. Diese Einschätzung habe die externe und auf Vergaberecht spezialisierte Kanzlei Bösen inzwischen aber eindeutig widerlegt.

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