Einzelhändler:FOC bedroht Innenstadt

Einzelhändler:FOC bedroht Innenstadt

Die IG1 befürchtet, dass Kunden abwandern und fordert ein Gutachten.

Wuppertal. Sehr skeptisch sehen die Einzelhändler der Elberfelder Innenstadt die Pläne, am Döppersberg ein Factory Outlet Center (FOC) anzusiedeln. Die Händlergemeinschaft IG1 forderte am Donnerstag eine transparente Vorstellung der Pläne.

Die IG1 rechnet damit, dass ein FOC mit 30 000 Quadratmetern zu massiven Umsatzverlusten in der Innenstadt führen wird. Rolf Pangel vom Unternehmen Galeria Kaufhof erläuterte, nach einer Analyse bestehender Daten sei damit zu rechnen, dass das FOC zwar zusätzliche Kaufkraft in Wuppertal halten könne, aber auch Kunden aus der Elberfelder Innenstadt ziehe.

„In erster Linie sind kleinere Geschäfte und die Randlagen betroffen“, sagte er. Das werde zu Leerständen führen. Er glaube auch nicht, dass FOC-Kunden die Innenstadt besuchen — eher sei es umgekehrt. Er schätzt, dass das FOC 3000 bis 3500 zusätzliche Autos in die Stadt bringt. Das geplante FOC in Remscheid sei als Konkurrenz zu betrachten: „Die werden sich gegenseitig kannibalisieren.“

Klaus Grages, Regionaldirektor West des City-Arkaden-Betreibers ECE, erklärte, schon die Döppersberg-Baustelle belaste den Elberfelder Einzelhandel. Er verliere dadurch pro Jahr 100 Millionen Euro Umsatz. Danach werde Primark ebenfalls einen Teil des Umsatzes aus der Innenstadt ziehen: „Das ist verkraftbar, aber es wird der restlichen Innenstadt fehlen.“ Daher halte auch er die Ansiedlung eines FOC für „mehr als bedenklich“.

Matthias Zenker, IG 1

IG1—Vorsitzender Matthias Zenker forderte ein transparentes Verfahren. Der Investor solle sein Vorhaben „detailliert vorstellen“. Nur so bestehe die Möglichkeit, es zu bewerten. Daher begrüßten sie die Einladung des Investors zu einem Gespräch am 16. April. Ob ein FOC zur Belebung der City beitrage oder schade, sollte ein unabhängiger Gutachter prüfen. Dafür sollte man sogar den Umbau des Döppersbergs abwarten. „Wir erwarten Vertrauen und Rückhalt von der Stadt — so wie wir es dem Umbau entgegenbringen.“

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