Einsatz für Verkehrsverbesserung

Einsatz für Verkehrsverbesserung

Engagierte Cronenberger wollen anstehende Straßenarbeiten für Veränderungen nutzen.

Nägel mit Köpfen machen will eine Gruppe engagierter Cronenberger. Wenn demnächst ohnehin Straßenarbeiten auf ihrer Hauptstraße stattfinden, sollte das für die lang geforderte Verkehrsverbesserung im Ortskern des Stadtteils genutzt werden, finden sie. Bei einem Treffen in der „Hütte“ des Cronenberger Heimat- und Bürgervereins diskutierten ein gutes Dutzend Cronenberger, wie sie dabei vorgehen können.

Schon seit Jahren gibt es die Forderung, insbesondere den Durchgangsverkehr in Cronenberg zu reduzieren, die Situation für die Menschen beim Einkaufen angenehmer zu machen. 2003 gab es ein Gutachten mit Vorschlägen, umgesetzt wurde es nicht, sehr zum Frust der Bürger. Zuletzt hatten Politiker in der Bezirksvertretung und die Bürgervereine erneut einen entsprechenden Antrag an die Stadt gestellt. Die von der Initiative Nachhaltig in Cronenberg (NiC) angestoßene Diskussion, wie Cronenberg lebenswerter gestaltet werden kann, hat jetzt weiteres Engagement auf den Weg gebracht.

Einig waren sich die Teilnehmer in der Hütte, dass die Zeit drängt: „Wir müssen aufs Tempo drücken“, sagte Axel Dreyer, einer der Initiatoren des Treffens. „Alles, was nicht bis zum Sommer vorliegt, hat keine Chance“, sagte ein Teilnehmer. Man wolle Politik und Verwaltung auf die Nerven gehen, sagte Rolf Tesche, Vorsitzender des Bürgervereins. Um endlich Cronenberg Gehör zu verschaffen.

Streitig war zunächst, wie viel die Bürger selbst leisten wollen: „Das Planen ist Aufgabe der Stadt“ hieß es einerseits, „je mehr wir ihnen abnehmen, desto besser“, war das Argument auf der anderen Seite.

Auch das Geld war Thema. Wenn die anstehende Erneuerung der Straßendecke mit Geld aus dem Bundesinvestitionsprogramm finanziert wird, können dann damit auch Parkplätze, Radwege, Bordsteinabsenkungen oder Schilder finanziert werden?, fragten einige. Bezirksbürgermeisterin Ursula Abé (SPD) will das klären.

Woher weiteres Geld zu bekommen sei, war bald die nächste Frage. „Es gibt ja Pötte zur Genüge“, formulierte es Rolf Tesche. Für Barrierefreiheit und Radverkehr gebe es doch zum Beispiel Fördergelder, kamen Vorschläge. Andere berichteten, Mitarbeiter der Stadt hätten angeboten, bei der Suche nach Förderprogrammen zu helfen.

Das Gutachten von 2003 nannten viele als guten Ausgangspunkt, um konkrete Vorschläge zu entwickeln. Allerdings habe sich seitdem einiges verändert, kam der Hinweis. Einige fanden eine Einbahnstraßenregelung auf Hauptstraße, Rathausstraße und Lindenallee attraktiv — das könne man doch während der Bauarbeiten mal ausprobieren. Andere widersprachen, die Einbahnregelung führe zu mehr Verkehr, die Lindenallee müsse zweispurig bleiben.

Die Bushaltestelle auf der Hauptstraße kurz vor der Hütter Straße führe zu Staus, sagte ein Teilnehmer, er schlug eine Verlegung vor. Die Belange von Radfahrern und Fußgängern müssten beachtet werden, mahnte Annette Linek. „Viele wollen gern Radfahren, aber sie finden es gefährlich“, sagte sie. Andere wiesen auf den schlechten Zustand vieler Bürgersteige hin.

Welche Vorschläge konkret der Stadt gemacht werden sollen, wollen die Verkehrsverbesserer bei einem weiteren Termin besprechen. Daraus soll dann ein Bürgerantrag formuliert werden, der in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung am 20. Juni eingebracht werden soll.

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