Wuppertal: Einige Bewohner wollen nicht zurück ins Wuppertaler Hochhaus

Wuppertal : Einige Bewohner wollen nicht zurück ins Wuppertaler Hochhaus

Die plötzliche Räumung eines Wuppertaler Hochhauses hatte für Aufsehen gesorgt. Nun sind die Brandschutzarbeiten fast abgeschlossen.

Wuppertal. Rund drei Wochen nach der Zwangsräumung wegen Brandschutzmängeln kann ein Wuppertaler Hochhaus in Kürze wieder bezogen werden. Die Abrissarbeiten der Fassade sollen bis Ende der Woche oder Anfang nächster Woche abgeschlossen werden, sagte der Geschäftsführer der in Berlin ansässigen Immobilienfirma Intown, Sascha Hettrich, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Vor dem Wiederbezug müsse die Stadt Wuppertal die Arbeiten noch abnehmen.

Das Gebäude war Ende Juni evakuiert worden. Auslöser war eine Neubewertung des Risikos nach dem Brand des Londoner Grenfell Towers mit mindestens 79 Toten. Das elfstöckige Wuppertaler Gebäude mit insgesamt 86 Wohnungen war zum Zeitpunkt der Räumung Ende Juni nicht vollständig vermietet.

Nach Angaben einer Stadtsprecherin wollen nur etwa 60 Prozent der ursprünglich 71 Bewohner wieder in ihre alten Wohnungen zurückkehren. Die anderen hätten inzwischen andere Wohnungen zumeist in der Nähe gefunden.

Gemäß den behördlichen Auflagen sei das Hochhaus inzwischen eingerüstet und die Fassade dort entfernt worden, wo sie an Fluchtwege grenze, sagte Hettrich. Er äußerte erneut Unverständnis über die plötzliche Räumung des 60 Jahre alten Hochhauses. „Es war keine Gefahr im Verzug.“ Ein Gutachten habe ergeben, dass die Kunststofffassade an Metallteilen hänge und nicht an Holz, wie von der Stadt erklärt. Auch sei kein brennbares Dämmmaterial in der Fassade verbaut worden.

Die Stadtsprecherin erklärte hingegen, dass die Räumung dennoch notwendig gewesen sei. „Es ging in erster Linie nicht um die Unterkonstruktion, sondern um die brennbare Fassade.“ dpa

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