Eine Pina-Bausch-Tänzerin probt mit Schülern

Eine Pina-Bausch-Tänzerin probt mit Schülern

Kinder studieren eine Choreographie für einen Auftritt mit den Sinfonikern ein.

Wuppertal. Eine wahrlich ungewöhnliche Sportstunde ist das in der Grundschule Kruppstraße. Nicht nur läuft klassische Musik im Hintergrund und die 23 Schüler der dritten Klasse tanzen barfuß über den Hallenboden. Nein, sie werden auch noch trainiert von einer Tänzerin aus dem Tanztheater Pina Bausch.

Julie Shanahan ruft immer wieder Anweisungen in die quirlige Schülermenge, dann wieder gibt sie Ratschläge an einzelne Schüler: "Schaffen wir das jetzt noch einmal, ohne dass ich was sagen muss?" Die Schüler sind ganz begeistert bei der Sache und bewegen sich beinah wie die Profis. Im Takt der Paukenschläge heben sie einen Jungen in die Luft, dann lassen sie sich plötzlich alle auf den Boden fallen - ein Ausdruckstanz, wie er auch auf großen Bühnen aussehen könnte.

Und da soll er auch hin. Schließlich ist der Morgen in der Turnhalle die Generalprobe für den Auftritt beim ersten Schulkonzert des Wuppertaler Sinfonieorchesters am kommenden Donnerstag in der Stadthalle. Gespielt wird dann "Peer Gynt" von Edvard Grieg für alle interessierten Wuppertaler Grundschulen.

Gleich zu Anfang zeigen die Schüler der Grundschule Kruppstraße ihr Können zu dem berühmten Stück "Morgenröte". "Mit Lichtern in der Hand werden die Schüler einen sehr emotionalen Tanz aufführen", sagt Shanahan, Mutter von Semion, einem der Schüler der Klasse.

Der hat beim zweiten Stück, das die Klasse für die schulinterne Weihnachtsfeier einstudiert, eine entscheidende Rolle. Er ist der Bergkönig, der den jungen Peer mit seiner Tochter verheiraten möchte. Zur Musik tanzen die Schüler wild durch die Turnhalle und umkreisen den erschrockenen Peer, der zu flüchten versucht. "Peer ist ein norwegischer Junge, der ganz viele Abenteuer erlebt", weiß Schülerin Lotte. Sie ist die "Tucheinsammlerin" und hatte viel Spaß beim Einstudieren der Choreographie. "Ich fand’s nur ein bisschen schwierig." sagt Anas. Nicht verwunderlich: Er spielt einen Riesen und muss einen seiner Mitschüler auf den Schultern tragen. Am Ende aber ist dieses Tanzprojekt für jeden Schüler ein Gewinn." "Wenn ich könnte, würde ich Frau Shanahan jedes Jahr buchen", sagt Schulleiter Ernst Walter.