Dr. Kummrows Zoogeschichten: Eine Mangabenfamilie geht auf Reisen

Dr. Kummrows Zoogeschichten : Eine Mangabenfamilie geht auf Reisen

Zootierärztin Dr. Maya Kummrow erzählt von ihren pelzigen Patienten.

Wuppertal. Passkontrolle, könnte ich mal Ihre Papiere sehen? Wenn Zootiere ihren Wohnort wechseln, werden meist ein ausführliches Gesundheitszeugnis und ein ganzer Stapel Dokumente verlangt. So ging das gerade auch unseren Goldbauchmangaben (Foto: Andreas Fischer). Sie siedelten kürzlich in neue Zoos in Madgeburg, England und Holland um, um im Zuchtprogramm die Genetik neu zu mischen und im Kleinaffenhaus den Klammeraffen mehr Platz zu bieten.

Doch bevor es auf die Reise ging, mussten sie noch ein bisschen Blut lassen, und weil sie das nicht freiwillig tun, gab es dafür eine kurze Narkose. Diese nutzen wir nicht nur für eine Blutentnahme für verschiedene Tests, sondern auch für einen kurzen Gesundheits-check inklusive Kontrolle von Zahngesundheit, Körpergewicht und -kondition, Kontrolle von Augen und Ohren und Implantation eines Minitransponders unter die Haut für eindeutige Identifizierung.

Diese Untersuchungen sind wichtig, weil mit jeder Ankunft neuer Tiere auch ungeliebte Untermieter - Viren, Bakterien, Parasiten - mitreisen können und einen bestehenden Bestand, der damit noch nie in Kontakt kam, gefährden können.

Enge Zusammenarbeit der Tierärzte der versendenden und empfangenden Zoos und der Veterinärämter, die solche Transporte kontrollieren, sind Voraussetzung und Grundlage professioneller Tier-Transporte. Aber auch die Tierpfleger tauschen sich aus: Futterpläne, spezielle Verhalten und andere Besonderheiten werden festgehalten, damit sich die Tiere am neuen Ort schnell einleben werden.

Und so ging jetzt nicht nur die Mangabenfamilie auf Reise, sondern auch ein Haufen Papier, der sicherstellt, dass Lubala, seine vier Weibchen und der kleine Iwo gesund ankommen und sich schnell zu Hause fühlen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung