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Eine Liedermacherin made in Wuppertal

Eine Liedermacherin made in Wuppertal

Lena Zenger (27) lebt und studiert in Wuppertal. Mit ihrer Band Leeza Ann will sie nun durchstarten.

Wuppertal. Ein Café auf dem Ölberg — drei Musiker stehen während einer Jamsession zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne: Am Bass Jens Finkenbusch, am Schlagzeug Michael Hermwille, an der Gitarre die 27-jährige Lena Zenger. Und da passiert etwas, dass alle Drei heute — mehr als ein halbes Jahr später — als „magischen Moment“ beschreiben. „Das Zusammenspiel klappte auf Anhieb. Es fühlte sich an, als würden wir schon immer miteinander spielen“, sagt Zenger. Es sollte die Geburtsstunde der Band Leeza Ann sein. Seither wird gemeinsam geprobt. Für Lena Zenger ist es das erste eigene Bandprojekt.

Ihre große Liebe hat sie allerdings bereits mit sechs Jahren gefunden. „Ich war so fasziniert von E-Gitarren“, erinnert sie sich. Es blieb aber nicht allein bei dem Saiteninstrument. Lena Zenger lernte zu singen: „Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich wirklich etwas kann.“

Die Studentin der Musikpädagogik kann zweifelsohne als Ausnahmemusikerin bezeichnet werden. Bereits in der Schule wurde ihr Talent gefördert. Jugendchöre, Musik-AGs — die gebürtige Sprockhövelerin hat jede Gelegenheit genutzt, „Musik zu machen“. Die ist auch ihr Ventil. „Wuppertal war musikalisch eine absolute Bereicherung“, sagt Zenger, die seit sie 14 Jahre alt ist auch eigene Lieder schreibt.

Derzeit komponiert sie für Leeza Ann. Im Mai gab die Band zwei Konzerte in Italien. Das hat die junge Formation noch mehr zusammengeschweißt. Das Besondere an Leeza Ann? „Lenas Stimme unterscheidet uns von anderen Bands“, antwortet Bassist Jens Finkenbusch wie aus der Pistole geschossen. Zerbrechlich und gleichzeitig stark klingt diese. Wenn Lena Zenger ihren Song „Blind“ anstimmt, wird es um sie herum still. Jeder, der in der Nähe ist, horcht auf und hört zu — so geschehen an einem Sommernachmittag im Luisenviertel. Ihre Stimme fasziniert die Menschen, es liegt eine gewisse Sehnsucht darin. Eine Sehnsucht nach der Welt womöglich. Zenger singt sowohl auf Deutsch und Englisch, als auch auf Französisch, Spanisch und Portugiesisch.

Die Melodien und Arrangements sind von vielen musikalischen Einflüssen geprägt — und von vielen anderen Künstlern. Die amerikanische Blues-Sängerin Brenda Boykin, die Wuppertal zu ihrer Wahlheimat gemacht hat, nennt Zenger als Inspirationsquelle. Mit Boykin plant sie einen Workshop für junge Sängerinnen und Sänger. Mit ihrer Band steht in der nächsten Zeit ein erster öffentlicher Auftritt in Deutschland an — im Duisburger Djäzz. Auch in Wuppertal will Zenger mit Leeza Ann begeiesitern — und dann soll es wieder so sein wie bei der Jamsession auf dem Ölberg: Einfach magisch.