Eine Landkarte zeigt das digitale Bergische Land

Eine Landkarte zeigt das digitale Bergische Land

Die Plattform „bergisch.io“ soll den Weg in die Zukunft erleichtern. Zwei Remscheider bringen sie an den Start.

Ob die digitale Zukunft des Bergischen Landes rosig aussehen wird, kann heute, mitten im Umbruch, wohl niemand seriös prophezeien. Wenn es nach Tobias Dehler und Martin Mayer geht, dann sieht die Zukunft sogar pink, rot und orange aus. Das sind die Farben, mit denen die beiden Remscheider seit dem 1. Mai eine Landkarte der Digitalisierung in der Region aufbauen. Entsprechend kolorierte Punkte zeigen auf der Plattform bergisch.io Akteure in Wuppertal, Remscheid, Solingen und umliegenden Orten, die sich mit der Digitalisierung beschäftigen. „Davon gibt es viele“, hat der 35 Jahre alte Tobias Dehler festgestellt. Darunter seien Software-Entwickler ebenso wie Banken, Versicherungen oder Anwälte, die auf den ersten Blick wenig mit der Digitalisierung zu tun haben. „Aber sie finanzieren sie, versichern sie oder sind als Patentanwälte in dem Bereich tätig“, erklärt Mayer. Ziel von bergisch.io ist es, den Zugang zur Digitalisierung für alle zu erleichtern. „Viele Unternehmen spüren zwar den Veränderungsdruck, wissen aber nicht, an wen sie sich wenden können“, beschreibt Dehler. Auf der Plattform eintragen können sich sowohl Drei-Mann-Unternehmen als auch große Firmen. Einzige Voraussetzung: Sie müssen aus dem Bergischen Land kommen. „Denn natürlich finde ich auch über Suchmaschinen entsprechende Anbieter. Aber die sitzen nicht vor meiner Haustür“, betont Dehler den regionalen Fokus.

Tobias Dehler

Der kostenfreie Eintrag selbst gelinge denkbar einfach. Auf eine halbe bis dreiviertel Stunde taxieren die beiden Macher die Zeit, in der ein Firmenprofil erstellt ist. Das enthält neben Kontaktdaten einige Informationen zum Unternehmen. Zudem können aus einem Pool Leistungen ausgewählt werden, die das Unternehmen anbietet - fertig. Rund 50 Mitglieder haben sich seit dem Start auf bergisch.io eingetragen. Und auch derjenige, der sich auf den Weg in die digitalisierte Welt macht, soll möglichst simpel zum Anbieter gelangen. Dazu klickt er einfach auf eines von sechs Themengebieten, wählt das Angebot aus und lässt sich dazu alle Unternehmen anzeigen, die dieses im Bergischen Land leisten.

Allerdings, das betonen Dehler und Mayer, sei bergisch.io nicht nur ein Netzwerk von Anbietern und Nachfragern. Sondern es soll all jene und ihre Ideen zusammenbringen, die sich mit der Digitalisierung beschäftigen. Motor des auf der Plattform stattfindenden Austauschs sind unter anderem Podcasts, die alle zwei Wochen veröffentlicht werden. Darin unterhalten sich Dehler und Mayer mit Experten „zu Themen, zu denen viele Leute Fragen haben, aber nicht wissen, an wen sie diese stellen können“, sagt Mayer. Den Auftakt machte der NRW-Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, Andreas Pinkwart.

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