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Einbruch ins Zoo-Geschäft: Wo sind die Würgeschlangen?

Einbruch ins Zoo-Geschäft: Wo sind die Würgeschlangen?

Unbekannte Täter haben aus dem Laden von Siegfried Reinshagen fast 30 Boas und Pythons gestohlen.

Heckinghausen. Siegfried Reinshagen ist fassungslos. „So etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Seit zwölf Jahren betreibt er in Heckinghausen ein Terraristik-Fachgeschäft, ist in Fachkreisen weithin bekannt, seitdem ihm vor zwei Jahren die Zucht grüner Baumpythons gelang. Dass die Presse nun erneut wegen dieser prächtigen Würgeschlangen-Gattung bei ihm anruft, macht ihm allerdings keine Freude. Denn ein Paar der Baumpythons ist Reinshagen bei einem Einbruch gestohlen worden — zusammen mit mehr als 20 Boa-Schlangen. Gesamtwert der Beute nach ersten Schätzungen: mindestens 5000 Euro.

Der Hergang der Tat nach bisherigem Kenntnisstand der Polizei: In der Zeit zwischen dem vergangenen Freitag, 19.15 Uhr, und 8.45 Uhr am Samstagmorgen brachen die Diebe durch ein Fenster in Reinshagens Geschäft an der Heckinghauser Straße ein. Aus Terrarien stahlen sie nicht nur die erwähnten Baumpythons, sondern auch vier junge Albino-Boas und an die 20 Baby-Schlangen — ebenfalls Boas (Details siehe Kasten). Ferner ließen die Diebe verschiedene Gegegenstände zur Reptilien-Haltung mitgehen.

Für Siegfried Reinshagen steht deshalb fest: „Das waren Diebe, die sich mit solchen Tieren ausgekannt haben.“ So junge Schlangen seien nämlich ungefährlich und leicht zu transportieren. „Wer so etwas stiehlt, der weiß auch, wo er es vermarkten kann“, meint der Händler. Reptilien-Haltung liege im Trend — und im Internet oder auf Reptilien-Börsen fänden sich mit Sicherheit Abnehmer für die imposanten Schlangen.

Doch nicht nur deswegen müsse, so Reinshagens Versicherung, niemand eine Würgeschlangen-Invasion in Wuppertal befürchten, falls die Diebe doch auf die Idee kämen, ihre Beute auszusetzen: „In unserem Klima können die Schlangen nicht überleben“, erläutert der Experte, „sie brauchen tropische Temperaturen oder ein entsprechendes Terrarium.“

Während die Polizei nun nach den Einbrechern fahndet und Zeugen sucht (Hinweise an Telefon 284-0), geht für Reinshagen und seine Mitarbeiter trotz des heutigen Feiertages eine andere Arbeit weiter: Eine Inventur in allen Terrarien seines 1000 Quadratmeter großen Geschäfts — um festzustellen, ob nicht vielleicht doch noch mehr Schlangen gestohlen wurden. „Gerade die Baby-Tiere sind nicht so einfach zu zählen.“