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Ein Wettkampf im Sinne der Fairness

Ein Wettkampf im Sinne der Fairness

50 Teilnehmer machten mit bei den Leichtathletik-Stadtmeisterschaften auf dem Sportplatz des TV Haßlinghausen.

Haßlinghausen. Konzentriert betrachtet der zehnjährige Leon das weite Fußballfeld, das sich vor ihm ausbreitet. Schweiß glänzt auf seiner Stirn. In der rechten Hand hält der Jung-Athlet des TV Haßlinghausen einen Ring, ähnlich einem Schwimmtauchring zum Abwurf bereit. Hütchen, die vor ihm aufgebaut wurden, zeigen ihm die vorgegebene Wurfrichtung an. Dann kommt das Startsignal. Leon setzt seinen starken Fuß nach vorne, dreht sich einmal um die eigene Achse und befördert den Ring weit über das Feld. Leon machte wie 50 andere Teilnehmer bei den Stadtmeisterschaften der Leichtathletik in Sprockhövel mit.

Auf dem Sportplatz des TV Haßlinghausen konnten die Athleten sich im Dreikampf und später auch im Langlauf beweisen. „Jeder aus Sprockhövel oder einem Sprockhöveler Verein darf dabei sein“, verrät René Strack. Er ist Leiter der Leichtathletikabteilung des TV. Außerdem leitet Strack die Fachschaft im Stadtsportverband. „Das alles hat auch der Stadtsportverband Sprockhövel finanziert“, ergänzt der erste Vorsitzende Hans Jürgen Piorreck.

Neben dem sogenannten Drehringwurfs, mussten im Dreikampf die Disziplinen Sprint und Hochweitsprung absolviert werden. Abseits des Geschehens duellierten sich Erwachsene statt mit dem Drehring beim Kugelstoßen auf einem Kiesfeld. Und beim Sprint habe bei den Kindern auch jede Altersklasse eine andere Meteranzahl. „So laufen die Acht- bis Zehnjährigen 30 Meter, während die Zehn- bis Zwölfjährigen 40 laufen“, berichtet Strack. Ab dem zwölften Lebensjahr bis 18 haben die Kinder dann ein Limit von 50 Metern. Nach dem Dreikampf gebe es dann noch einen Dreikilometerlanglauf. „Bei den Kindern sind es aber nur 800 Meter“, so Strack.

Besonders wichtig findet Strack, dass Kinder die Disziplinen als Mannschaftsport verstehen. Zwar finde die Meisterschaft im klassischen Stil statt, wo jeder solo mitmacht. „Aber ansonsten machen die Kinder etwa statt Sprint eine Sprintstaffel“, sagt er. Das heißt, dass die Zielzeit als Punkte für eine Mannschaft zusammengezählt wird. „Es soll Fairness für die Kinder geben. Keiner soll stärker oder schlechter sein“, begründet René Strack.

In der Leichtathletikabteilung des TV Haßlinghausen muss Strack immer wieder gegen Endes des Jahres Abgänge verzeichnen. „Viele Kinder haben zu den Hallenzeiten zum Beispiel aufgrund von Ganztagsschulen keine Zeit mehr zu kommen“, bedauert er.

Leon Meyer, der neben seinem Wurferfolg auch Zweiter beim 50 Meter-Lauf wurde, ist im Bambini-Bereich angemeldet. Seit zwei Jahren ist der junge Sportler nun schon beim TV. „Zwar bin ich gut gesprungen, aber an den ersten Platz glaube ich nicht“, gibt sich Leon dennoch bescheiden.