Dr. Kummrows Zoogeschichten: Ein Psychiater brachte für Vimoto den Durchbruch

Dr. Kummrows Zoogeschichten : Ein Psychiater brachte für Vimoto den Durchbruch

Der Gorilla war krank und abgemagert. Heute wiegt er wieder 160 Kilogramm.

Wuppertal. Man könnte meinen, einen 180 Kilogramm schweren Koloss kann nichts so schnell erschüttern — und doch erinnern wir uns noch sehr deutlich an die Jahre 2013 und 2014, als der Gorilla-Silberrücken Vimoto bei einer Magen-Darm-Krankheit sein Gewicht um 90 Kilogramm halbierte.

Nur noch Haut und Knochen war er, und der Kampf um sein Leben wurde von vielen Wuppertaler Zoobesuchern fieberhaft mitverfolgt: Notoperationen, Bluttransfusionen, Behandlungsversuche und kreative Lösungen für unterstützende Intensiv-Pflege und trotzdem kaum Erfolge.

Die Medizin kam nicht mehr weiter. Erst als wir anfingen, dem sensiblen Naturell des Silberrückens eine größere Rolle zuzumessen, wendete sich das Blatt. Unter Beratung eines Psychiaters veränderten wir den täglichen Umgang mit der gesamten Gorilla-Truppe, Fütterungspraktiken, Gruppenzusammensetzung und Gehegegestaltung dahingehend, Vimotos Autorität und Selbstbewusstsein zu fördern.

Keine klassische Medizin, aber viele analysierende Gespräche und disziplinierte Verhaltensänderungen der Mitarbeiter den Tieren gegenüber führten zu einem stattlichen Erfolg: Vimoto ist wieder 160 Kilogramm schwer, psychisch enorm gereift und stabilisiert. Auch die Tierpfleger litten unter der monatelangen lebensbedrohenden Krankheit ihrer Schützlings, umso größer die Hochachtung für ihre Leistung. Es hat sich viel geändert im Menschenaffenhaus — überzeugen Sie sich selbst!