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Ein neues Buch über Kirchen und Gottesdienststätten in Wuppertal

3. Band erscheint : Neues Buch über Kirchen und Gottesdienststätten in Wuppertal

„Dieses Sammeln und Bündeln von Texten war eine Herausforderung“, sagt Sigrid Lekebusch. Rund 70 Kirchen und Kapellen in zehn Stadtteilen haben nun auf 298 Seiten Eingang in das Buch gefunden.

Für ein Werk des berühmten flämischen Malers Anthonis van Dyck müssen Wuppertaler nicht weit fahren: In der Klosterkirche Beyenburg hängt als Altarbild sein Werk „Golgatha in der Finsternis der neunten Stunde“. Solche spannenden Entdeckungen ermöglicht das neue Werk „Kirchen und Gottesdienststätten von Beyenburg bis Vohwinkel“, das Sigrid Lekebusch als Band 47 der Beiträge zur Geschichte und Heimatkunde des Wuppertals herausgegeben hat. Damit hat sie nach Bänden über Elberfeld und Barmen jetzt die Bücherserie zu Wuppertaler Kirchen abgeschlossen. Von kleinen Gebetsstätten bis zu großen Kirchen werden dort christliche Gottesdienststätten vorgestellt.

„Es lagen seit der Arbeit am ersten Band Manuskripte auch zu Kirchen in den Außenbezirken vor“, erzählt Sigrid Lekebusch. Das war noch Ende der 90er Jahre gewesen. 2008 erschien dann der Band über Barmen, von Sigrid Lekebusch und Florian Speer gemeinsam herausgegeben. Jeder Band bedeutete sehr viel Arbeit, so dass anschließend erst einmal eine Pause eintrat.

Cesare Lazaros Borgia, der schon im zweiten Band viel Mühe in die Entdeckung kleiner Kirchen investiert hatte, drängte jedoch auf ein Buch zu den Außenbezirken. „Ich habe mich bemüht, alle kleinen bis kleinsten Gottesdienststätten von Gemeinschaften aufzunehmen und somit die christliche Vielfalt Wuppertals zu zeigen“, erklärt Borgia. Damit das Buch nicht zu dick wird, konnten allerdings die kleinsten nicht berücksichtigt werden. Sie sollen jetzt einen Platz auf der Internetseite des Bergischen Geschichtsvereins bekommen.

„Dieses Sammeln und Bündeln von Texten war eine Herausforderung“, sagt Sigrid Lekebusch. Rund 70 Kirchen und Kapellen in zehn Stadtteilen haben nun auf 298 Seiten Eingang in das Buch gefunden. Anders als in den Bänden zuvor glänzt das Buch nun auch mit großformatigen, hochwertigen Farbbildern.

Das lohnt sich bei dem Kapitel von Maximilian Berkel über die Glasfenster in Wuppertaler Kirchen, die etwa von Jochem Poensgen in St. Mariä Empfängnis, von Wilhelm Buschulte in St. Ludger und von Hans Peter Brahm in Sankt Remigius gestaltet wurden. Manche Fotos sind historisch, viele von den Autoren selbst gemacht oder von Hubertus Engelmann und Rainer Thiel fotografiert.

Die Texte sind immer ähnlich aufgebaut: Erst wird die Gemeinde mit ihrer Geschichte vorgestellt. Anschließend kommen Angaben zur Grundsteinlegung und Einweihung, dem Baustil, der Ausstattung, der Orgel, der Zahl der Sitzplätze und zu möglichen Umbaumaßnahmen. 18 Autoren haben an dem Sammelwerk mitgewirkt.

„Es ist eine Momentaufnahme, weil permanent Kirchen abgerissen werden“, bedauert Sigrid Lekebusch. Bei der Frage nach der Anordnung der Texte hat sie sich schließlich für die Himmelsrichtungen entschieden. Das Buch beginnt im Norden bei Dönberg und geht dann über Schellenbeck, Beyenburg und Langerfeld nach Cronenberg und Ronsdorf. Schöller, Sonnborn und Vohwinkel bilden den Abschluss.

Im Vergleich der Kirchen werden auch die Auswirkungen der Reformation deutlich: „Der Abendmahlstisch, die Kanzel und die Orgel über der Kanzel als Einheit führten zum sogenannten Bergischen Prinzipalaufbau“, erklärt Sigrid Lekebusch. Trotzdem sei die Ausgestaltung der reformierten Kirchen in den Stadtteilen sehr unterschiedlich. „Das wird erst klar, wenn man das so zusammen sieht.“ Oder dass der große Kirchenbauer Rudolf Schwarz in Vohwinkel mit St. Ludger die letzte Kirche vor seinem Tod plante. Der von runden Formen geprägte Bau zieht auf jeden Fall die Blicke auf sich. So bietet das Buch auch Anregungen für Spaziergänge und Ausflüge in der Corona-Zeit.