Ein Markt für vegane Genüsse

Wuppertal : Ein Markt für vegane Genüsse

Auf dem ersten „Veganachtsmarkt“ waren die Produkte nicht immer weihnachtlich - dafür aber aus Wuppertal und ohne tierische Inhaltsstoffe.

Bei ungemütlichem Dezemberwetter kam dieser Ort für einen Weihnachtsmarkt wohl gerade recht. Zum ersten Mal lud die Börse an der Wolkenburg zum „Veganachtsmarkt“ ein. Die Gäste konnten sich dort ein Bild von veganen Produkte machen – nicht immer nur weihnachtlich, doch stets aus Wuppertal.

„Ich finde das super“, freut sich Oliver Pak von der Schokoladenmanufaktur „Bernsteinzimmer“. Vegane Weihnachtsmärkte und Messen gebe es beispielsweise in Düsseldorf und im Ruhrgebiet schon länger, nun das erste Mal auch in Wuppertal. Seine Manufaktur bietet vor allem im Online-Geschäft eine große Palette an veganen Schokoprodukten an. Hinter der Schokolade steckt ein mittlerweile fünfköpfiges Team, dass er gemeinsam mit seiner Frau Solvejg Klein leitet.

Die gelernte Fachkraft für Süßwarentechnik hatte sich bereits während ihrer Ausbildung vegetarisch ernährt. Die „Massen an Milchpulver“, die in der industriellen Schokoladenproduktion verwendet würden, hätten dann zu einem weiteren Umdenken zur veganen Ernährung geführt, berichtet ihr Mann und Kollege Oliver Pak.

 Neben mehreren Ständen zur veganen Ernährung, etwa durch die Bäckerei Troll, die eine Filiale in Cronenberg betreibt und die Wuppertaler Firma Gepa war auch das Swane Upcycling Projekt und die Fotografin Laura-Madelaine Engler auf dem Markt vertreten. „Hier gibt es keine tierischen Produkte außer den Tieren auf den Fotos“, erklärt ihr Freund Nick Petersen mit einem Augenzwinkern.

Doch nicht nur Markttreibende waren gekommen, sondern auch fünf Referenten zu den unterschiedlichsten Fragen rund ums vegane Leben. „Alle Referenten sind Experten in ihrem Gebiet und arbeiten oder forschen schon länger zu den Fragen“, weiß Lothar Jessen, Bildungsreferent in der Börse zu berichten. So etwa Andrea Gerschlauer, die Fragen rund um die vegane Kinderernährung beantwortet oder Liliane Pollmann von der Grünen Jugend Wuppertal, die über „die Vorteile des Veganismus für den Klimaschutz“ referiert.

Eine Wiederholung im
nächsten Jahr ist geplant

Dass Veganismus nicht zwingend Verzicht heißen muss, zeigte Luana Lang von der Backstube Troll. „Viele Produkte sind eigentlich immer vegan gewesen“, so Lang, „für Brot braucht man kein Laktosepulver, das kann man also auch ersetzen.“ In der Cronenberger Filiale wird indes nicht alles vegan gebacken, doch „wir waren von Anfang an auf Allergiker eingestellt und haben so schon immer viel Dinkel und Roggen verwendet“, berichtet Jung.

„Anfang 2018 haben wir darüber nachgedacht, welche neuen Zielgruppen wir ansprechen möchten“, erklärt Lothar Jessen. „Unter anderem haben wir in diesem Sommer Radtouren zu vier Biohöfen im Umland gemacht.“ Ziel sei es gewesen, andere Lebensweisen zu entdecken. Daran anknüpfend sei dann die Idee des veganen Weihnachtsmarkts entstanden.

„Wir haben uns bei der Ansprache der Stände dieses Jahr noch auf Wuppertal beschränkt“, erläutert Jessen die noch übersichtliche Zahl an Marktständen. Trotzdem zeigt er sich zufrieden: „Der Anfang ist gemacht. Der Termin steht auch schon für das nächste Jahr im Kalender.“

Um noch mehr Gäste anzulocken, sollen dann auch Stände aus der Modebranche und NRW-weit Anbieter zum veganen Lebensstil angefragt werden. Als Abschluss des Abends gab es dann einen weihnachtlichen Braten – selbstverständlich vegan.

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