Ein Interview für ein Eis in Wuppertal: „Ich bin seit 65 Jahren Eisenbahn-Fan“

Serie : Ein Interview für ein Eis: „Ich bin seit 65 Jahren Eisenbahn-Fan“

Die WZ führte erneut ein Zufallsinterview. Dieses Mal berichtet der Ronsdorfer Peter Luckan (71) von seiner Leidenschaft.

Montagmittag in Ronsdorf - wir versuchen zum zweiten Mal ein leckeres Eis gegen ein Interview einzutauschen und sprechen rund um den Bandwirkerplatz Passanten an. Rund 30 Minuten holen wir uns Absagen ab: leider keine Zeit, lieber nicht. Ein Ronsdorfer macht uns schon Hoffnung und berichtet von seinem Besuch beim Heavy-Metal-Festival Wacken. Leider machte genau aus dem Grund seine Stimme nicht mehr mit - und schließlich heißt die Serie nicht „Ein Interview für eine heiße Milch mit Honig“. Dann kurze Zeit später geht uns ein älterer Herr mit blauem Hemd ins Netz. Er hat Zeit und Lust. Ehe er sich versieht, sitzt der Ronsdorfer Peter Luckan (71) auf einer Parkbank und wird von unseren Fragen gelöchert.

Herr Luckan, was haben Sie uns denn zu berichten? Haben Sie ein spannendes Hobby?

Peter Luckan: Ich habe direkt mehrere. Muss man im Alter auch haben, sonst sitzt man nur im Sessel. Ein Hobby sind Modelleisenbahnen.

Ah, ich nehme an, Sie haben eine Anlage im Keller?

Luckan: Auf dem Dachboden steht sie. Da habe ich mehrere Anlagen und so viele Züge, dass ich gar nicht mehr weiß, wie viele es eigentlich sind.

Seit wann sind Sie Eisenbahn-Fan?

Luckan: Seit 65 Jahren schon. Als Schüler habe ich meine erste Anlage zu Weihnachten bekommen. Die Fahrzeuge habe ich heute noch.

Was fasziniert Sie denn so an Schienen und Zügen?

Luckan: Ich bin an Transporttechnologie interessiert. Und das von Beginn der Menschheit an. Das kreuzt sich dann mit meinen anderen Hobbys. So bin ich beispielsweise auch sehr geschichtsinteressiert. Früher konnte man ja mit der Straßenbahn vom Toelleturm über Ronsdorf bis nach Remscheid durchfahren. Mit so etwas befasse ich mich.

Dann sind Sie doch sicher schon mit der Bergischen Museumsbahn gefahren?

Luckan: Ich bin im Verein.

Wie standen Sie zum Seilbahn-Projekt?

Luckan: Ich hätte das toll gefunden. Wäre ich etwas jünger gewesen, hätte ich mich sicher für das Thema engagiert. Genau wie ich mich auch gegen den Abbau der Barmer Bergbahn ausgesprochen hätte. Aber dafür war ich zu jung.

Sind Sie eigentlich gebürtiger Ronsdorfer?

Luckan: Nein, ich komme aus Heckinghausen. Irgendwann suchten wir dann eine neue Wohnung in Ronsdorf.

Wir?

Luckan: Ja, ich und meine Frau. Sie ist aber inzwischen verstorben. Wir haben drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. Alle im Alter zwischen 38 und 42.

Drei Kinder - da haben Sie doch sicherlich einige Geschichten zu erzählen.

Luckan: Eigentlich nicht. Ich war viel arbeiten und meine Frau war mit den Kindern zu Hause. Die könnte Ihnen jetzt sicherlich einiges mehr erzählen.

Gibt es für Sie denn genug Freizeitangebote in Ronsdorf?

Luckan: Für mich persönlich eigentlich weniger. Aber man kommt ja gut ins Theater nach Barmen oder ins Kino nach Elberfeld.

Verlassen Sie für den Einkauf den Stadtteil oder kaufen Sie auch im Internet ein?

Lukckan: Klar kaufe ich im Internet oder fahre in die Stadt. Manche Sachen gibt es in Ronsdorf  gar nicht. Zum Beispiel Herren-Oberbekleidung.

Wie sieht es denn jetzt mit einem Eis aus?

Luckan: Ich mag am liebsten amerikanische Kreationen. Cookies ist lecker.

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