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Ein dritter Prozess um totes Baby?

Ein dritter Prozess um totes Baby?

Wuppertal. Vor einer Woche hat das Landgericht eine 25-Jährige, die gestanden hatte, im Mai 2007 ihre Tochter unmittelbar nach der heimlichen Geburt getötet zu haben, zu vier Jahren Haft verurteilt.

Rechtskräftig wird der Richterspruch vorläufig nicht. Verteidiger Andreas Sauter hat fristgerecht Revision gegen das Urteil eingelegt. Ob jetzt ein dritter Prozess kommt, hängt vom Bundesgerichtshof (BGH) ab. Der hat sich schon einmal mit dem Fall befasst.

Nachdem das Landgericht die Mutter des Kindes 2008 als nicht voll schuldfähig eingestuft und zu einer Bewährungsstrafe verurteilt hatte, kassierte der BGH das Urteil und verwies den Fall an eine andere Kammer des Landgerichts. Mit der Vorgabe, dass ein neuer Gutachter über die Frage der Schuldfähigkeit befinden müsse. Schon vor Prozessbeginn war klar, dass der neue Gutachter die Mutter für schuldfähig erachtet.

Entsprechend lief der Prozess. Die Verteidigung lehnte erst den Gutachter, dann die Kammer wegen des Verdachts der Befangenheit ab - erfolglos.

Im ersten Prozess hatte die Angeklagte aus dem Kongo als Tatmotiv, die Angst von ihrer Familie verstoßen zu werden, genannt.