Eigentlich ist alles lösbar

Eigentlich ist alles lösbar

Mathe-Olympiade: Die Zeit der seltsamen Aufgaben ist vorbei. Nun gab es die Siegerehrung.

Wuppertal. Mathematik ist das Schulfach mit jenen seltsamen Aufgaben, die einem das Leben niemals stellt, etwa diese: René hat sich für die Regionalrunde der Mathematik-Olympiade qualifiziert, die für ihn am 11. November 2009 um 8 Uhr beginnt. Welches Datum und welche Uhrzeit haben wir 2009 Minuten später?

Voreiligen Schlüssen sei vorgebeugt: Der Rätselsport hat allemal seinen Sinn, weil er den Grips und logisches Denken schult. So waren es durchweg helle Köpfe, insgesamt 158 Schüler aus neun Wuppertaler Gymnasien und Gesamtschulen, die Mitte November an der zweiten Runde der 49. Mathe-Olympiade teilnahmen. Im Übrigen handelt es sich bei der Aufgabe um einen Echtfall, wie er der Jahrgangsstufe 6 gestellt wurde.

Am Freitag fand im Johannes-Rau-Gymnasium die Siegerehrung statt. Einige Aufgaben waren ziemlich knifflig, gesteht dort Michael Vaichenker, der am Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium die Jahrgangsstufe 7 belegt. Mathe sei nicht unbedingt seine Lieblingsbeschäftigung, da lese er doch lieber, treffe sich mit Freunden oder spiele am Computer. Nur zögerlich verrät er, dass er auch Gesangsunterricht nimmt - bei der eigenen Mutter. "Da muss ich immer so hoch singen."

Schon ein alter Hase im Tüfteln ist Christoph Schaffel vom St.Anna-Gymnasium, der bereits bei früheren Olympiaden ordentlich abgeräumt hat und in die Landesrunde aufgestiegen ist. Dieses Mal lag er in Wuppertal nur einen Punkt vor dem Zweitplatzierten und ist Oberstufenschüler. Er wird am 27. Februar 2010 für die dritte Runde der Olympiade nach Neuss reisen.

Ganz gelassen blickt Sven Leckebusch vom Gymnasium am Kothen in diese Zukunft. "Vieles lässt sich lösen", meint er, bis ihm die Mathe-Maxime einfällt: "Eigentlich alles." Dagegen hält Diren Senger vom Carl-Fuhlrott-Gymnasium, die eine schwierige Dreiecks-Aufgabe in knappen Worten beschreibt: "Keine Ahnung."

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