Eichenprozessionsspinner kostet die Stadt Wuppertal 30 000 Euro

Schädling : Eichenprozessionsspinner kostet die Stadt 30 000 Euro

Wuppertal-Vohwinkel ist von dem Schädling besonders betroffen. Die Stadt warnt davor, die Raupen zu berühren.

Sie sind bis zu fünf Zentimeter lang, von hellbrauner bis schwarzer Färbung und leben gern gesellig. Die Raupen des Eichenprozessionsspinner bevölkern derzeit die Bäume im Stadtgebiet. Passend zu ihrem Namen haben sie besonders Eichenblätter zum Fressen gern. Oft bauen die Tiere weit oben im Bereich der Baumkronen ihre Nester und finden dort ideale Lebensbedingungen. Seit dem letzten Dürresommer vermehren sich die Raupen ungebremst. Auch in diesem Jahr werden sie durch die anhaltende Trockenheit zur Plage – und stellen ein Gesundheitsrisiko dar.

Das Problem sind die Brennhaare des Eichenprozessionsspinner. Diese können allergische Reaktionen auslösen. Die Auswirkungen auf den Körper reichen von Juckreiz, Augenreizungen und Nesselsucht bis hin zur Reizung der Atemwege oder Atemnot. Auch Schwindelgefühl und Fieber können vorkommen. Besonders betroffen von der Ausbreitung waren in den vergangenen Wochen die Parkanlage Ehrenhain und das Gebiet Waldkampfbahn in Vohwinkel. Die Verwaltung hatte Spaziergänger und Nutzer des Spielplatzes an der Ehrenhainstraße dazu aufgefordert, diese Bereiche zu meiden. Mittlerweile gibt es aber weitgehend Entwarnung. Mehrere von der Stadt beauftragte Fachunternehmen waren im Wuppertaler Westen mit der Bekämpfung des Eichen-Prozessionsspinners beschäftigt.

„Die Raupen und Nester werden dabei abgesaugt“, erläutert Michael Kaiser vom Ressort Grünflächen und Forsten das Vorgehen. „Diese Arbeiten sind sehr aufwändig, da sie nur mit Schutzanzügen und Atemschutz durchgeführt werden können“, so Kaiser. Trotzdem seien selbst für die Spezialisten Pusteln auf der Haut nicht ganz zu vermeiden. Mittlerweile sind die Maßnahmen im Stadtteil laut Verwaltung zum größten Teil abgeschlossen.

Mehr als 90 Eichen sind im Stadtgebiet betroffen

„Darüber sind wir natürlich sehr erleichtert“, sagt Mathias Conrads, Vorsitzender des Vohwinkeler STV. Der Verein betreibt an der Waldkampfbahn mehrere Sportstätten. Ganz gebannt ist die Gefahr für Wuppertal allerdings noch nicht. Insgesamt wurde ein Befall von mehr als 90 Eichen im Stadtgebiet festgestellt. „Wir arbeiten das nach und nach ab“, sagt Michael Kaiser.

Besonders sensible Bereiche, wie Schulhöfe, Spielplätze oder die Außengelände der Tageseinrichtungen für Kinder müssen dafür vorübergehend gesperrt werden. Entsprechend beschilderte Bereiche sollten gemieden werden.

Insbesondere von der Berührung der Raupen und Gespinste rät die Stadt dringend ab. Durch das leichte Brechen der Brennhaare, die vom Wind weitergetragen werden, kann auch das weitere Umfeld der Nester problematisch sein. Auf keinen Fall sollten diese mit einem Wasserstrahl entfernt oder abgeflämmt werden. Durch die Verwirbelungen würden die Brennhaare nur noch mehr verbreitet. Demnächst verpuppen sich die Raupen und sind anschließend als Falter nicht mehr gefährlich.

Zwischen 25 000 und 30 000 Euro kostet die Stadt in diesem Jahr die Beseitigung der Schädlinge. Im Vergleich zu anderen Städten ist das noch moderat. Düsseldorf muss derzeit rund 300 000 Euro für die Eindämmung der Raupen ausgeben. „Aber auch wir merken, dass die Tendenz steigend ist“, berichtet Kaiser. Für das nächste Jahr ist bereits eine Überprüfung aller städtischen Eichen fest eingeplant.

Nicht nur für die Kommune wird die gefräßige Raupenart immer teurer. Die Stadt weist darauf hin, dass jeder private Grundstückseigentümer, der den Schädling an seinen Eichen entdeckt, die Raupen ebenfalls durch Fachunternehmen bekämpfen lassen müsse.