Ehrenmal bekommt einen neuen Standort

Gedenken : Ehrenmal bekommt einen neuen Standort

Umsetzung vom Sportplatzgelände in die Grünanlage Nevigeser Straße

. Das Ehrenmal für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen des Vereins SV Germania bekommt einen neuen Standort. Zukünftig wird es in der Grünanlage an der Nevigeser Straße stehen, also in unmittelbarer Nähe zum alten Standort, dem ehemaligen Sportplatzgelände. Die Umsetzung war notwendig geworden, weil dort bekanntlich eine Sporthalle und ein Discounter gebaut werden. Die Bezirksvertretung Uellendahl-Katernberg gab in ihrer Sitzung am Donnerstagabend einstimmig grünes Licht.

„Ich freue mich, dass in Zusammenarbeit mit dem Sportamt und dem Amt für Grünflächen nun ein neuer Platz gefunden wurde“, sagt Bürgermeisterin Maria Schürmann. Einen kleinen Wermutstropfen gebe es allerdings: Auf dem Sportplatz hatte das Ehrenmal bereits abgeräumt werden müssen. Beim Transport habe es kleinere Beschädigungen gegeben, so Schürmann. „Aber ich habe die Zusage, dass alles wieder hergerichtet wird.“

Das Ehrenmal besteht aus drei Blöcken übereinander und hat eine Grundfläche von etwa 1,30 mal 2,20 Meter. Die Höhe beträgt gut 1,60 Meter. Es war 1921 aufgestellt worden vom damaligen Verein SV Germania, um an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs zu erinnern. 39 in fünf Kolonnen in den Stein eingemeißelte Namen verdeutlichen, welche Verluste der Verein damals erlitten hatte.

Über die Jahre geriet das steinerne Bauwerk allerdings in Vergessenheit und fristete hinter dem Jugendheim ein trostloses Dasein. Der SV Germania hatte sich 1975 mit dem VfL Wuppertal 1912 zum neuen Verein SV Borussia Wuppertal 07/12 zusammengeschlossen. Anfang der 2000er Jahre starteten dann der damalige Vorsitzende von Borussia, Hans-Gerd Krieger, und sein Mitstreiter Rolf „Rolli“ Duhr einen Versuch, die steinernen Zeugnisse der Vereinshistorie wieder mehr ins Blickfeld zu rücken. Die Stadt versprach Unterstützung, doch die Bemühungen verliefen im Sande. 2004 schloss sich die Borussia dann dem WSV an. Durch das jetzige Neubauprojekt bestand Handlungsbedarf.

Die erste Idee ließ sich dann nicht realisieren. Hans Ermels, Vorsitzender der IG Am Anschlag, hatte einen Platz auf dem Gelände der Siedlergemeinschaft angeboten. Er fand aber keine Rückendeckung bei den Mitgliedern, weshalb die Stadt eine Alternative suchen musste. „Rolli“ Duhr freut sich jedenfalls über die gefundene Lösung. „Das können die gerne so machen.“ Zudem liege der neue Standort ja in der Nachbarschaft zum alten, lobt er.

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