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Ehre und 11.000 Euro für akademische Spitzenleistungen

Ehre und 11.000 Euro für akademische Spitzenleistungen

Die Gesellschaft der Freunde der Bergischen Universität vergab Dissertations- und Förderpreise für akademische Leistungen.

Wuppertal. Akademische Spitzenleistungen waren am Montag Anlass, acht Absolventen der Bergischen Universität mit Geldpreisen zu bedenken. Allein sechs der Preise in Gesamthöhe von 11 000 Euro vergab die Gesellschaft der Freunde der Bergischen Universität (GFBU).

Allen Preisträgern war die Gelegenheit gegeben, ihre prämierten Arbeiten in einem fünfminütigen, möglichst verständlichen Überblick vorzustellen. Was sich indessen bei den durchaus geduldigen Zuhörern einstellte, war vor allem die Hochachtung vor solchem Spezialwissen, während sich ein Verständnis allenfalls schemenhaft einstellte.

Nahezu absurd gestaltete sich die Situation, als der gebürtige Ägypter Dr. Yasin Fathy Mohamed abd-el al Eshorbany in rasend schnellem, mit schwerem Akzent behaftetem Englisch seine Erkenntnisse über die Reinigungskapazität der Atmosphäre über Santiago de Chile vorstellte. „Investigation of the Tropospheric Oxidation Capacity and Ozone Photochemical Formation in the City of Santiago de Chile — Field Measurements and Modelling Study“ — dies der vollständige Titel der Arbeit, der für sich schon die Kluft zwischen Wissenschaftlern und Laien verdeutlicht.

Auch dem GFBU-Vorsitzenden Prof. Dr. Johannes Köbberling, selbst Mediziner, war es bei der Preisverleihung nur möglich, davon auszugehen, dass die sachkundige Jury und ihre Berater schon den erforderlichen Einblick in die Thematik gehabt haben werde.

Während Eshorbany den zweiten, mit 2000 Euro dotierten Dissertationspreis erhielt, wurde der Physiker Dr. Stefan Krieg mit dem ersten Preis und 3000 Euro ausgezeichnet. Während sein Kurzvortrag „Die Masse der sichtbaren Materie“ wenigstens im Titel nachvollziehbar erschien, blieb auch hier beim Publikum letztlich kaum mehr als Rätselraten.

Unter den sechs GFBU-Preisträgern gab es nur eine Frau, Birgit Schmalge. Sie war zugleich die einzige Geisteswissenschaftlerin, womit ihr Vortrag über „Mediation and Remediation of Mrs. Dalloway“ in greifbarere Nähe rückte. Mrs. Dalloway, Protagonistin in einem Roman von Virginia Woolf, ist Kinobesuchern gut bekannt aus dem Film „The Hours“. Schmalges Ansatz war dann unter anderem, Erzählweisen und Darstellungsformen zu untersuchen, die sich aus den Möglichkeiten neuer Medien ergeben.

Mit dem auf 2500 Euro dotierten Stella-Baum-Preis wurde die Künstlerin Sandra Creutz ausgezeichnet. Bei ihren Arbeiten handelt es sich um Selbstporträts in Herrscherposen.