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E-Scooter: Viel Widerstand gegen Einführung in Wuppertal

Bei einer Online-Umfrage der WZ sind zwei Drittel der Teilnehmer dagegen - Kritik auch vom ADFC : E-Scooter: Viel Widerstand gegen Einführung in Wuppertal

Bei einer Online-Umfrage der WZ sind zwei Drittel der Teilnehmer dagegen - Kritik kommt auch vom ADFC

Die Diskussion rund um die E-Scooter in NRW wird hitziger. Der ADAC fordert ein Nachtfahrverbot, einige Städte prüfen dies bereits. Und die CDU im Landtag NRW will die Betreiber stärker in die Pflicht nehmen. Ein generelles Verbot, so heißt es, wäre aus umweltpolitischer Sicht sogar zu begrüßen.

Anbieter Tier hat indes Interesse am Standort Wuppertal bekundet, um E-Scooter zum Leihen anzubieten (die WZ berichtete).

Doch die Idee stößt auf Widerstand, bei der Stadt, in der Politik, aber auch bei WZ-Lesern. Bei unserer Online-Umfrage sprachen sich jetzt zwei Drittel der Teilnehmer gegen eine Einführung der E-Roller in der Stadt aus.

Überhaupt nur eine Chance
mit richtigem Konzept

Insgesamt nahmen gut 500 Nutzer an der Umfrage teil. „Was halten Sie von E-Scootern für Wuppertal?“, hatten wir gefragt. 67 Prozent votierten für „Die Dinger werden wie in anderen Städten nur überall rumstehen.“ „Das wäre eine sinnvolle Ergänzung des Mobilitätsangebots“, fanden 30 Prozent der Teilnehmer. Auf drei Prozent kam die Option „Mir egal, werde sie eh nicht nutzen.“

Auch in den Sozialen Medien wurde eifrig diskutiert. Mehr als 100 Kommentare kamen auf der Facebook-Seite der WZ und in verschiedenen Gruppen zusammen. Dazu erhielt die Redaktion noch zahlreiche E-Mails.

„Alles, auf das kein Pfand gefordert wird, wird missbraucht“, meint Familie Heinrichs. Sie befürchtet, dass die Roller wie in anderen Städten nicht ordnungsgemäß zurückgestellt werden und dann in der Wupper landen. Zudem würden eben nicht nur auf der Straße und Radwegen gefahren, wo es erlaubt sei, sondern auch auf Gehwegen. „Es reicht, wenn wir als Fußgänger mit Fahrrädern und E-Bikes auf Fußgängerwegen belästigt und gescheucht werden.“ Die Roller seien gefährlich, „weil sie, vor
allem von älteren Leuten, nicht bemerkt und  gehört werden können“. Allerdings: „Nicht die Fahrräder und E-Scooter sind das Problem, sondern deren egoistische, schamlose Benutzer.“ Polizei und Ordnungsamt kämen nicht mit Kontrollen hinterher.

Facebook-Nutzer Alexander Reinshagen ist gegen E-Scooter. „Bloß nicht, in Solingen liegen die überall rum. In Wuppertal würden sie dann auch noch in die Wupper geschmissen werden.“

Simone Gundlach berichtet von ihren Erfahrungen. Sie fuhr kürzlich auf der B 7 und hatte einen E-Scooter vor: „Zehn Minuten mit 20 km/h hinterher. Konnte nicht überholen. Die Dinger gehören nicht auf die Straße.“ Aber erst Recht nicht auf Gehwege, so der Tenor im Netz.

Nutzer Philip Dong fährt nach eigenen Angaben selbst seit zwei Jahren mit einem E-Roller in Wuppertal zur Schule. Trotzdem sei er gegen das Mietangebot, „da die Leute damit äußerst unvorsichtig umgehen – weil es nicht ihnen gehört – und zum Beispiel auf den Bürgersteigen fahren, was den Ruf der Elektrotretroller versaut.“ Man müsse bedenken, dass die Fahrer für ihr Fahrverhalten verantwortlich sind, und nicht die Roller.

Für „überflüssig“ hält Thomas Pusinelli die Scooter. „Und wenn da noch Auswüchse wie zum Beispiel in Köln dazukommen, dann wird es richtig ärgerlich.“

Auch Ursula Altengarten kommt zu einem klaren „Nein“: „Wenn man in anderen Städten sieht, wo diese landen und wie sie behandelt werden, wird der Schuss nach hinten losgehen“, schreibt sie bei Facebook.

Carmen Uglorz sieht zumindest Chancen: „Ich halte sie für eine gute Idee, wenn man ein Konzept erarbeitet, dass die Dinger nicht einfach überall abgestellt oder gar hingeschmissen werden können.“

Positive Stimmen gibt es auch, aber sie sind klar in der Minderheit. „Ich find’s gut. So kommt man im Tal besser voran, genauso wie mit E-Bikes“, spricht sich zum Beispiel André Hesse für eine Einführung der Scooter aus.