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Durchsuchungen bei der Wuppertaler Tafel

Ermittlungen : Durchsuchungen bei der Wuppertaler Tafel

Bei der Wuppertaler Tafel und der Privatadresse eines Mitarbeiters hat es Durchsuchungen von Polizei und Staatsanwaltschaft gegeben. Es geht um den Verdacht der Untreue und des Betrugs. Der Betrieb der Tafel läuft weiter.

Seit März 2021 führen Staatsanwalt und Polizei Wuppertal Ermittlungen gegen einen Mitarbeiter der Wuppertaler Tafel e.V. wegen des Verdachts der Untreue durch. Zudem wird der Bezug von Fördergeldern des Jobcenters durch die Wuppertaler Tafel auf gegebenenfalls in diesem Zusammenhang verübte Straftaten untersucht. Im Rahmen dieser Ermittlungen fanden am Vormittag des 1. April Durchsuchungs- und Sicherstellungsmaßnahmen in den Räumlichkeiten der Wuppertaler Tafel e.V. am Kleinen Werth und an einer Privatanschrift an der Talstraße statt.

Bei dem Mitarbeiter der Wuppertaler Tafel handelt es sich, laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft, um einen 33 Jahre alten Wuppertaler. Gegen ihn besteht laut Staatsanwaltschaft der Verdacht, in „nicht unerheblichem Umfang“ dem Verein gespendete Lebensmittel aus den Räumen der Tafel entfernt und diese gewinnbringend verkauft zu haben. Zudem soll er dafür gesorgt haben, dass einer anderen Person gerichtlich als Bewährungsauflage auferlegte Arbeitsstunden bescheinigt worden sind, die tatsächlich nicht geleistet worden seien.

Es soll sich um einen Mitarbeiter der Tafel in leitender Funktion handeln. Rechtsanwalt Stephan Ries, der vom Amtsgericht auf Antrag des Jobcenters zum Vorstand des Vereins Wuppertal Tafel bestellte Vorsitzende sagt: „Wir haben diesen Mitarbeiter mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wird die Wuppertaler Tafel das Arbeitsverhältnis kündigen“.

Mitarbeiter soll Lebensmittel weiterverkauft haben

Die Ermittlungen erstrecken sich außerdem auf Leistungen des Jobcenters, die möglicherweise an die Tafel ohne Vorliegen der Förderungsvoraussetzungen geflossen sind. Insoweit sollen etwa Seminare zur beruflichen Wiedereingliederung von der Tafel über das Jobcenter abgerechnet worden sein, obwohl diese nicht in der gebotenen Art und Weise veranstaltet wurden.

Die in diesem Zusammenhang geführten Ermittlungen richten sich laut Polizei und Staatsanwaltschaft aktuell nicht gegen namentlich bekannte Personen.

Mit der Durchsuchung soll geklärt werden, ob tatsächlich Fördergelder zu Unrecht geflossen sind, dies gegebenenfalls mittels gefälschter Belege geschah und wer gegebenenfalls dafür verantwortlich ist. Bei den heutigen Durchsuchungen an der Wohnanschrift des Tatverdächtigen sowie in den Büroräumen der Wuppertaler Tafel konnten neben Datenträgern auch mehrere Umzugskartons an Unterlagen sichergestellt werden. Die umfangreichen Ermittlungen dauern an.