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Dürre auf den Feldern wird zum Problem für die Bauern

Hitze : Dürre auf den Feldern wird zum Problem für die Bauern

Futterbaubetriebe in der Region befürchten eine schlechte Ernte.

Heiße Sommertage, an denen man nichts lieber tun möchte, als sich im Schwimmbad abzukühlen, sind für viele Schüler das perfekte Ferienwetter. Die Bauern blicken angesichts der Hitze und Trockenheit aber eher sorgenvoll zum Himmel. „Wir haben seit einem Jahr Dürre. Es ist kein Wasser mehr im Boden“, sagt Martin Dahlmann, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Mettmann. „Wenn sich das nicht nachhaltig ändert, wächst nichts mehr“, sagt Dahlmann und erzählt von Maisfeldern, auf denen der Mais nicht mehr zwei oder drei Meter hoch ist, sondern nur noch 1,50 Meter. Das Schlimme daran sei, dass der Mais keine Kolben mehr habe. Die Folge: Die Pflanze ist als Futterpflanze ohne Wert.

Die Ernte von Raps und Ernte waren durchschnittlich, der Weizen lag unter dem Durchschnitt. „Die Regenmenge hat gerade noch gereicht“, so Dahlmann. Probleme gibt es vor allem in Futterbaubetrieben, wie denen von Dahlmann. Der erste und zweite Schnitt waren ok, der dritte eine Katastrophe. „Wir haben versucht, zu retten was zu retten ist“, so Dahlmann. Er füttert seine Kühe zu, weil sie draußen nichts mehr finden. Auch die Wasserversorgung mit Brunnen auf den Feldern werde schwieriger. „Ein Nachbar hatte im vergangenen Jahr im September Probleme. Dieses Jahr fehlte ihm schon im Juni Wasser“, sagt Dahlmann, der frustriert über die derzeitige Situation ist. „Wir verhalten uns im Moment ziemlich dekadent“, sagt er über die Gesellschaft, der das Thema immer noch nicht bewusst sei. Er glaubt, dass immer mehr Futterbaubetriebe aufgeben werden. Im vergangenen Jahr waren es zehn Prozent.

Der bisherige Sommer
ist deutlich zu trocken

Bestätigt wird der Eindruck vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Der gefallene Niederschlag an der Wetterstation Wuppertal-Buchenhofen entspreche gut 46 Prozent des durchschnittlichen Jahressolls, sei danach nur etwas zu trocken. Allerdings sei der bisherige Sommer deutlich zu trocken. Im Juni und Juli sind nur 56,5 mm Niederschlag gefallen, das entspricht gerade mal gut 19 Prozent des Sommersolls. Im Juli waren es bisher sogar nur gut acht Prozent des Julisolls. Da auch April und Mai schon zu trocken waren, sei die Situation insgesamt sehr angespannt.

Auf die Gewässer rund um die Wupper hat das nach Angaben des Wupperverbandes bisher kaum Auswirkungen. „Im vergangenen Dezember, Januar und März gab es relativ viel Regen“, sagt Susanne Fischer, Sprecherin des Wupperverbandes. Im Frühjahr habe man eine gute Ausgangssituation gehabt, gerade für die Wupper. Sie profitiere davon, dass Wasser aus den Talsperren abgegeben werde. Eine Einschränkung gibt es aber auch: Der Wupperverband hat aufgrund der anhaltenden Trockenheit bei der Bezirksregierung beantragt, dass die Abgabe an den Fluss aus der Dhünntalsperre bis Ende August niedriger gefahren wird. Man merke die Verschiebung im Jahresdurchschnitt. „Der Juli ist eigentlich ein nasser Monat“, sagt Fischer. „Der Klimawandel betrifft uns alle. Darauf müssen wir uns einstellen.“