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Drogen und Messerwurf: Wuppertaler Polizisten haben nachts viel zu tun

Polizistin Nele Ernst berichtet von ihren Erlebnissen auf Streife : Von Drogen und einem Messerwurf

Polizistin Nele Ernst berichtet von ihren Erlebnissen auf Streife.

In den drei vergangenen Nachtdiensten wurden wir zu Ruhestörungen an derselben Adresse und auch immer im gleichen Zeitrahmen gerufen. Eine Dame hörte nicht damit auf, immer und immer wieder gegen die Wände ihrer Wohnung zu schlagen, wodurch ihre Nachbarn kein Auge zubekamen. Dort angekommen, fragten wir die Dame, was es mit den Schlägen gegen die Wand auf sich hat. Sie sagte uns, dass ihre Nachbarn ständig zur Nachtzeit laute Musik spielen würden, weshalb sie nicht schlafen könne. So sei das auch jetzt der Fall.

Die Dame bat uns in ihre Wohnung, genauer gesagt in ihr Schlafzimmer, damit wir uns selbst ein Bild von der Situation machen konnten. Im Schlafzimmer hörten meine Kollegin und ich keinen Ton, während die Dame uns von dem „Lärm“ überzeugen wollte. Die Wand neben ihrem Bett war von dem ständigen Klopfen bereits von Macken und Dellen übersät.

Als meine Kollegin und ich ihr beide zu verstehen gaben, dass es aktuell keine Musik gibt, die ihre Nachtruhe stören könnte, hat sie die Welt nicht mehr verstanden. So nahmen die Einsätze in den kommenden beiden Nachtdiensten ebenfalls ihren Lauf. Wir haben der Dame anschließend den Hinweis gegeben, dass sie jederzeit die Polizei kontaktieren kann, sofern sie wieder wegen der Musik ihrer Nachbarn nicht schlafen kann. Seitdem hat es bisher noch keinen weiteren Einsatz dort gegeben.

Nach dem Ruhestörungseinsatz bestreiften meine Kollegin und ich unser Einsatzgebiet. Dabei fiel uns mitten in der Nacht eine fünfköpfige Personengruppe auf einem Spielplatz auf. Eine der Personen suchte sofort das Weite, als sie den Streifenwagen erblickte, was immer sehr verdächtig ist. Meine Kollegin lief der Person hinterher, während ich die restlichen vier ansprach. Alle Personen waren in der Vergangenheit bereits polizeilich in Erscheinung getreten. In einigen der mitgeführten Taschen konnten diverse verdächtige Gegenstände, die auf Betäubungsmittelkonsum hindeuteten, festgestellt werden.

Nach der Kontrolle erhielten die fünf Personen einen Platzverweis für den Spielplatz. Außerdem konnten wir durch den anschließenden Hinweis eines Herren, der zum Zeitpunkt der Kontrolle mit seinem Hund spazieren war, ein Tütchen mit Cannabis in einem Gebüsch auf dem Spielplatz auffinden und beschlagnahmen. Dieses wurde allem Anschein nach von der zuvor weglaufenden Personen entsorgt.

Im letzten Nachtdienst hat der erste Einsatz ebenfalls nicht lange auf sich warten lassen. Eine Frau alarmierte die Polizei, weil ein Streit zwischen ihr und ihrem Ex-Partner eskaliert sei. Kurze Zeit später kam der Nachtrag, dass die Frau durch den Ex-Partner mit einem Messer angegriffen worden sei. Da meine Kollegen und ich zu diesem Zeitpunkt nicht genau wussten, ob sich der Ex-Partner noch in dem Mehrfamilienhaus oder in der Wohnung aufhält, wurde das Haus nach ihm abgesucht. Die Frau war emotional sehr angeschlagen, aber körperlich wohlauf. Nach den ersten Befragungen zum Sachverhalt stellte sich heraus, dass ihr Ex-Partner ein Messer nach ihr geworfen hatte, welches sie aber glücklicherweise verfehlte.

Im gesamten umliegenden Gebiet fahndeten mehrere Streifenwagen nach der Person – leider ohne Erfolg. Die Personalien sind aber bekannt, sodass ihn nun ein Strafverfahren erwartet.