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Drillinge: Im Dreiklang zum Abitur

Drillinge: Im Dreiklang zum Abitur

Maya, Julia und Philip Thielenhaus haben bisher alle Schulhürden genommen. Nach der Schule gehen sie getrennte Wege.

Wuppertal. Blaue Augen - das ist es auch schon. Viel mehr Ähnlichkeiten sind auf den ersten Blick nicht erkennbar. Auf den zweiten Blick wird es dann aber klar: Julia, Maya und Philip kennen sich in- und auswendig: Sie sind Drillinge - und einander die besten Freunde. Zurzeit stecken die Drei in den Vorbereitungen für ihr mündliches Abitur am Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium.

Für Mutter Marion Thielenhaus waren die Drillinge ein absoluter "Glückstreffer". Und auch Maya, Philip und Julia können es sich nicht mehr anders vorstellen: "Es ist schön, immer einen Gesprächspartner zu haben", erklärt Julia. Ihre Schwester ergänzt: "Jemanden, der in der selben Situation ist und weiß, wovon man spricht." Tatsächlich waren die Drillinge noch nie über einen längeren Zeitraum voneinander getrennt. Bis auf eine kleine Ausnahme: Im Ronsdorfer Kindergarten wurden sie in drei verschiedenen Gruppen untergebracht. Bei der Aufnahme in die Elberfelder Grundschule setzte sich ihre Mutter dann aber durch und schickte das Trio in eine Klasse. "Wir hatten eine super Zeit. Wir haben viel miteinander gemacht", erinnert sich Julia. Das hinderte die Geschwister aber nicht daran, auch andere Freundschaften zu knüpfen. Zu dritt sei es sogar leichter, auf andere Menschen zuzugehen. "Man hat einfach ein anderes Selbstbewusstsein", erklärt Julia.

Auch andere Vorteile habe das Geschwisterdasein mal drei: "In der Grundschule haben wir die Hausaufgaben aufgeteilt und voneinander abgeschrieben", erzählt Philip amüsiert. Am Gymnasium habe die Strategie dann aber nicht mehr geklappt. Trotzdem rechnen Julia, Maya und Philip mit einem guten Abiturschnitt. Die schriftlichen Prüfungen haben sie bereits hinter sich, nun bereiten sich die Geschwister auf die mündliche Prüfung im vierten Abiturfach vor.

"Die Schulzeit hatte Höhen und Tiefen, hat aber Spaß gemacht", sagt Julia. Das ein oder andere gehasste Schulfach hat sich im Laufe der Zeit sogar zu einem Lieblingsfach entwickelt. Die einst verhasste Mathematik wählte Julia zu ihrem dritten Abiturfach. Bruder Philip kann sich mit den Naturwissenschaften immer noch nicht anfreunden. Mit Julia teilt er die Leidenschaft für den Sport, mit Julia die Begeisterung für das Fach Englisch. Auf einen gemeinsamen Nenner kommen alle im Abiturfach Deutsch: Die schriftliche Prüfung im Leistungskurs ist für Julia, Maya und Philip gut gelaufen. Das gemeinsame Lernen hat sich gelohnt: "Man kann sich super austauschen", sagt Julia. Ein Lernpartner sei schließlich immer in der Nähe.

Nach den mündlichen Prüfungen Mitte Mai heißt es für die Geschwister erstmals "Abschied nehmen". Maya und Philip möchten in Maastricht Betriebswirtschaftslehre studieren und sich eine gemeinsame Wohnung nehmen. Julia hat bereits eine Stelle als Bankkauffrau in der Tasche und bleibt Wuppertal erhalten. "Das wird eine ganz ungewohnte Situation. Das erste Mal ganz allein", sagt Julia etwas bedrückt. Ihre Schwester Maya stellt sich bereits auf das WG-Leben mit ihrem Bruder ein, drückt es aber vorsichtig aus: "Ich bin total ordentlich, Philip nicht. Wir werden uns also gut ergänzen." Während Maya mit Bruder Philip das Nachtleben von Maastricht erkundet, wird Julia mit ihrem "zweiten Bruder" Vorlieb nehmen müssen - mit Familienhund Basti.

Bevor sich im Oktober die Wege der Drillinge trennen, steht im August noch eine Party an. Dann gibt es idealerweise in "dreifacher" Hinsicht Grund zum Feiern: "Wir werden unseren 20. Geburtstag, das Abitur und natürlich unseren Abschied feiern", sagt Philip - Und auch er wirkt ein bisschen wehmütig.