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Drei neue Häuser für die Wuppertaler Tauben?

Drei neue Häuser für die Wuppertaler Tauben?

In Elberfeld und Oberbarmen gibt es neue Tierschutz-Projekte. Doch nicht jeder ist von deren Nutzen überzeugt.

Die Entscheidung über das zweite Wuppertaler Taubenhaus fällt in Düsseldorf. Dort wollen sich in Kürze bergische Amtstierärzte den Taubenschlag am Rathaus ansehen und entscheiden, ob das Federvieh auch in Wuppertal so untergebracht werden könnte. Wie berichtet, ist am Verwaltungshaus in der Elberfelder City ein Taubenhaus im Miniformat geplant.

Die Tiere sollen dort auf 30 Quadratmetern — unmittelbar unter der Uhr — fressen, wohnen und brüten. Wie bereits seit 2007 im Taubenhaus am WSW-Heizkraftwerk in Barmen sollen die dort gelegten Taubeneier regelmäßig durch Gipsattrappen ersetzt werden. So soll die Wuppertaler Taubenpopulation langfristig verkleinert werden.

Zwar gibt es dazu bislang keine wissenschaftlich belastbaren Studien. Dennoch: Der Elberfelder Taubenschlag scheint Realität zu werden. „Wir sind optimistisch, dass es noch dieses Jahr parallel zur Turm- und Uhrsanierung losgehen kann“, sagt Stadtsprecherin Martina Eckermann. Nur für die Tauben hätte die Stadt definitiv kein Geld übrig.

Fakt ist: Der hinter den Vögeln stehende Verein „Stadttiere“ hat noch mehr vor: Schien noch vor Monaten ein Taubenhaus in der Nähe des Berliner Platzes in Oberbarmen undenkbar zu sein, kommt jetzt Bewegung in die Diskussion. Geplanter Standort ist ein derzeit verwaistes Minigrundstück am Rittershauser Platz hinter der Schwebebahn-Wagenhalle. Dort könnten zwei Container zur Anflugstation für die Tauben werden und so den Berliner Platz entlasten.

Auch mit der Deutschen Bahn sollen die Tierfreunde Kontakt aufgenommen haben. Bekanntlich wird beim Millionenprojekt Döppersberg auch der Hauptbahnhof in Elberfeld umgebaut. Wie in Düsseldorf soll dabei quasi nebenbei ein überdachtes Taubendomizil entstehen.

Viel Rückenwind für die Taubenschützer. Die gelten als überaus engagiert und schaffen es offenbar sogar, Ein-Euro-Jobber wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt zu etablieren. Wie das Presseamt bestätigt, fiel kürzlich der Arbeitseinsatz eines Eierattrappen-Tauschers und Taubenhaus-Reinigers so positiv auf, dass der Mann mittlerweile als fest angestellter Pfleger im Wuppertaler Tierheim arbeitet.