Drei-Kaiser-Denkmal: Das sind die Streitpunkte

Drei-Kaiser-Denkmal: Das sind die Streitpunkte

Warum die Sanierung des Monuments auf der Hardt umstritten ist.

Hardt. Stell Dir vor, der Stadt wird Geld angeboten, um ein Denkmal zu restaurieren — und sie lehnt es ab! Das klingt zunächst unverständlich, ist aber genau der Fall beim Drei-Kaiser-Denkmal auf der Hardt. Am heutigen Mittwoch (16 Uhr, Historisches Zentrum, Engelsstraße) ist die Denkmal-Debatte erneut Thema im Kulturausschuss — dort werden sich mehrere Bürger und in jedem Fall auch die WfW für eine Sanierung aussprechen. Umstritten ist die Frage: Beschädigt eine Sanierung das Denkmal?

Eberhard Illner, Leiter des Historischen Zentrums, sagt darauf ganz klar: Ja. Der Experte — der schon die Denkmal-Errichtung in seiner Doktorarbeit aus dem Jahr 1982 thematisiert hat — verweist dabei auf die differenzierte Entwicklung des Monuments. Zunächst bestand dies lediglich aus der Freiheitseiche, die eine Gesellschaft patriotischer Bürger 1814 anlässlich des ersten Jahrestages der Befreiung Elberfelds von französischer Herrschaft auf dem Neumarkt errichten ließ. Die Planung damals: Irgendwann könnte der Baum durch einen Brunnen ergänzt werden. Doch dann, so Illner, kamen die Preußen.

Denn als das einstige Herzogtum Berg 1815 an Preußen fiel, setzte auch hier eine Restauration des monarchistischen Obrigkeitsstaates ein. Die Denkmal-Erweiterung musste von den Berliner Behörden genehmigt werden — und anstelle des Brunnens entschied sich die preußische Staatsbauverwaltung für einen Ring aus vier Säulen und Eisengittern, wobei die Säulen den Monarchen Preußens, Österreichs und Russlands, also den Anführern der antinapoleonischen Allianz, sowie deren Sieg in der Leipziger Völkerschlacht huldigten.

Genauso wurde das Denkmal 1817 gebaut — nach Illners Lesart nicht als patriotisches Bürger-Projekt, sondern als Monument des monarchischen Obrigkeits-Staates. Eine Restaurierung, die diesen Zustand zurückbrächte, stünde somit auch für diese Botschaft — eine Auffassung, der sich im Mai dieses Jahres auch die Wuppertaler Kommission für die Kultruer des Erinnersn anschloss.

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