Dreharbeiten: Der letzte Bulle in der Stadthalle

Dreharbeiten: Der letzte Bulle in der Stadthalle

Drei Drehtage verbrachte ein Team aus Köln in der Stadthalle auf dem Johannisberg.

Elberfeld. Stopp, die Leiche hat sich gerade bewegt. Also muss mal eben die Kleidung neu sortiert werden. Dann geht es weiter zum nächsten Take, doch dieses Mal versemmelt Schauspieler Maximilian Grill den Dialog. Dabei war sein Part kurz und simpel: „Dietmar Kuhlmann.“

Dietmar Kuhlmann wird eines der Opfer sein, wenn im kommenden Jahr „Der letzte Bulle“ nach bekannter Manier für die Zuschauer von Sat 1 ermittelt. Drei Drehtage verbrachte das Team der Kölner „Granada Produktion“, um vor und in der Historischen Stadthalle Teile der Folge „Es lebe der Sport“ zu drehen.

Als Bühnenmeister der Stadthalle kennt Martin Mörtl längst die Bedürfnisse von Filmteams. In diesem Fall hätten die Gäste aus Köln einen großen Saal mit Parkettboden gesucht und außerdem Nebenräume benötigt, die als Büro und als Arztpraxis dienen konnten.

Die Leiche Kuhlmann also liegt auf dem Parkettboden, der im Plot zu einem weitläufigen Fechtsaal gehört. Ritterrüstungen, die in den Ecken stehen, hat das Team aus Köln mitgebracht. Dazwischen fegt Aufnahmeleiter André Deiendörfer durch den Saal.

Im grellen Scheinwerferlicht und ohne Bestuhlung hat der große Saal einiges von seinem Zauber verloren. Deiendörfers unterkühlte Geschäftigkeit trägt zur harten Sachlichkeit bei. Ohne Enthusiasmus erklärt er, dass er zwar schon mehrfach in Wuppertal gearbeitet habe, die Stadt aber keinen besonderen Stellenwert bei der Wahl seiner Locations einnehme. Jede Stadt besitze ihr eigenes Profil und werde entsprechend eingesetzt.

Die steilen Straßen der Nordstadt hat der Kölner Aufnahmeleiter indessen sehr wohl im Gedächtnis und weiß um deren Reiz und Einsatzmöglichkeiten. Bei den Außenaufnahmen für den „letzten Bullen“ aber genügt es, dass der Dienstwagen des Polizisten vor einem ansehnlichen Portal vorfahren kann.

Drei Drehtage ohne Notwendigkeit eines Ortswechsels dürften dennoch ein Geschenk sein. So verrät Bühnenmeister Mörtl dann auch, dass das Team sehr wohl begeistert von der Location sei. Ob die Zuschauer es auch sein werden, zeigt sich freilich erst im kommenden Jahr. Der genaue Sendetermin steht noch nicht fest, dürfte aber nicht vor dem Frühsommer liegen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung